Social Media

Jul
13

Feminismus im Social Web

Im Rahmen des Projekts Donne habe ich heute über das Thema Feminismus im Social Web einen Input gemacht und mit den TeilnehmerInnen über das Thema diskutiert (Facebook-Event). Am Rande war auch Kirche und Social Media Thema, kein Wunder bei meinem Background ;-)

Von der Live-Videokonferenz gibt es den Mitschnitt und auch die Slides sind im Netz. Super wars!

Jun
7

Sozialwort 2.0. Alle nur noch IchAG? Soziale Bewegungen und das Internet

Am 1. Juni gab es im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen eine Live-Sendung bei DORF-TV, die ich moderiert habe. Thema war soziale Gerechtigkeit und das Internet. Mehr dazu gibt es unter http://kirche20.at/sozialwort nachzulesen.

May
9

Der Begriff der Digital Natives II

Nachdem ich auf meinen ersten Beitrag zur Frage nach dem Begriff der Digital Natives so viel Feedback bekommen habe (Danke!), möchte ich die überarbeitete Form auch zur Verfügung stellen. Meine Diplomarbeit schreitet also voran, erfreulicherweise nicht nur an dieser Stelle. Beim Text ist aber zu bedenken, dass das ein Abschnitt aus der Arbeit ist, der etwas aus dem Zusammenhang gerissen ist, weil das davor und das danach hier fehlen. Irgendwann kommt aber sowieso die ganze Arbeit ins Netz..

Was sind Digital Natives? Der Begriff wurde von Marc Prensky geprägt, er greift den linguistischen Begriff der „Native Speaker“ auf und entwickelt ihn weiter. Als „Native Speaker“ werden Menschen verstanden, die in einer Sprache von der frühesten Kindheit aufgewachsen sind. „Digital Natives“ sind nach Prensky somit Menschen, die in einer Zeit erwachsen wurden, wo digitale Technologien wie Computer und das Internet bereits verfügbar waren. Entscheidend ist also das Alter der Personen. Das Gegenteil von „Digital Natives“ sind „Digital Immigrants“, die mit einem „Akzent“ in den virtuellen Welten unterwegs sind. Sie drucken beispielsweise Emails häufiger aus, können Informationen nicht so schnell verarbeiten und sind weniger multitasking-fähig. Prensky erklärt die Unterscheide mit Veränderungen im Gehirn.

Ähnlich wie in der linguistischen Debatte der Begriff der „Native Speakers“ umstritten ist (1), ist es auch der Begriff der „Digital Natives“. Der Begriff der Digital Natives, ebenso wie die synonym verwendeten Begriffe „Generation Y“, „Net Generation“ und „Millenials“, wird von vielen Medienwissenschaftler_innen auf Basis von Untersuchungen des Medienverhaltens kritisch gesehen (2). Ob sich das Nutzungsverhalten von älteren Personen, die intensiv das Social Web nutzen, qualitativ von dem der jüngeren Generation unterscheidet, ist umstritten. Vieles deutet darauf hin, dass das Alter als einziges Differenzierungskriterium auch für diese Frage wie andere gesellschaftliche Fragen nicht geeignet ist. Es gibt auch jüngere Personen, die ein Kommunikationsverhalten von „Digital Immigrants“ zeigen oder sogar „Digital Outsiders“ sind ebenso wie es Ältere gibt, die das Netz in einer Weise nutzen wie es Marc Prensky nur den Jüngeren zuschreibt.

Gründe für das prominente, aber problematische Labeling der Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegen nach Susan Herring in der zu starken Erwachenenperspektive, die einen “generational divide” konstruiert. Jan Schmidt spricht davon, dass damit die Vorstellung aus den 1990er-Jahren reproduziert werde, dass Internet sei ein „eigener Raum, ein 'Cyberspace' mit eigenen Gesetzen, Riten und Normen, der losgelöst von der 'realen Welt' existiere“.

Ein anderer möglicher Zugang zu dieser Frage ist nicht eine nutzungs- sondern eine stärker wertorientierte Sichtweise der Menschen, die intensiv das Internet und Social Web nutzen. Bekannt geworden ist dazu im deutschsprachigen Raum der Ansatz des Organisationspsychologen und Unternehmensberaters Peter Kruse, der sich auf der re:publica7 2010 mit dieser Frage beschäftigte. Kruse hat in einer repräsentativen Untersuchung „heavy users“ nach ihren Werten befragt und kristallisierte zwei Gruppen heraus: Die „Digital Residents“ und die „Digital Visitors“. Das Alter ist hier nicht das Unterscheidungskritierium, die Zweiteilung geht quer durch alle Generationen. Es geht bei diesen zwei Gruppen von intensiven Internetnutzer_innen um signifikante Unterschiede in den Werthaltungen und einen unterschiedlichen Umgang mit dem Internet. „Digital Resident“ zu sein nach Kruse, ist eine Werthaltung, kein Geburtsrecht. „Digital Residents“ leben weitgehend - sowohl beruflich wie privat - im Web, sie bringen eine große Offenheit für den Austausch mit und sehen die Online-Kontaktpflege mit anderen Menschen gleichwertig zur Kontaktpflege offline. Sie wollen gestaltend eingreifen. „Digital Visitors“ gehen nur ins Internet, wenn sie schnell und aktuell praktische Informationen erhalten wollen. Beziehungen bauen sie erst in der Offline-Welt auf bevor sie sie im Social Web weiterpflegen.

Wertorientiert ist auch die neue Studie des Deutschen-Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI), die mit dem Sinusmodell arbeitet. Die DIVSI-Studie legt eine Differenzierung der bundesdeutschen Bevölkerung in „Digital Outsiders“, „Digital Immigrants“ und „Digital Natives“ nahe. Sie gibt allerdings keine Auskunft darüber, ob sie bei der Auswahl der zusammenfassenden Beschreibung der Internet-Milieus auf die dargestellte Debatte rund um die Begrifflichkeiten Bezug nimmt oder nicht. Die drei Segmente bzw. die sieben Internetmilieus entstanden auf Basis von qualitativen, repräsentativen Interviews. Die Gruppen werden wie folgt gefasst:

Digital Outsiders (39 Prozent): Sie sind entweder offline oder verunsichert im Umgang mit dem Internet. Ausgehend von 72 Millionen Menschen in Deutschland ab 14 Jahren, stellt das Internet für 27 Millionen eine digitale Barriere vor einer Welt dar, von der sie sich ausgeschlossen fühlen.
Digital Immigrants (20 Prozent): Sie bewegen sich regelmäßig, aber sehr selektiv im Internet. Sie sind in der digitalen Welt nicht aufgewachsen und stehen vielen Entwicklungen sehr skeptisch gegenüber, insbesondere wenn es um das Thema Sicherheit und Datenschutz im Internet geht.
Digital Natives (41 Prozent): Für sie stellt die digitale Welt einen wesentlichen Teil des Lebens dar. Sie bewegen sich im Internet wie ein Fisch im Wasser – mit dem Lebensmotto „ich surfe also bin ich“. Sie stehen dem Internet sehr positiv gegenüber und sehen die fortschreitende Digitalisierung primär als persönliche Chance.“

Insgesamt ergibt sich für die Begrifflichkeiten ein mehr als unstimmiges Bild. Offenbar ist „Digital Native“ in der wissenschaftlichen Debatte weniger ein klar bestimmter Begriff als eine häufig verwendete Metapher, die eine gesellschaftliche Veränderung anzeigt. Jedenfalls scheint es gute Gründe zu geben, eine rein am Hineingeborensein ins digitale Zeitalter orientierte Definition des Begriffes nicht vorzunehmen, da dieses Kriterium alleine dem Phänomen nicht gerecht wird. Festzuhalten ist auch, dass es Forschungsbedarf rund um den Begriff der „Digital Natives“ gibt, gerade auch, weil dieser gesellschaftlich so populär verwendet wird.

Für die vorliegende Arbeit, die sich nicht ausschließlich mit Fragestellungen der Jugendpastoral beschäftigt und die in der grundsätzlichen Fragestellung auf wertorientierte Kommunikation abzielt, sind wertorientierte Ansätze der Begriffsbestimmung sinnvoller. Die DIVSI-Studie arbeitet mit dem Sinusmodell, das in der weiteren Folge dieser Untersuchung relevant ist und im folgenden Abschnitt genauer dargestellt wird, weil hier theologisch diskutierte Zielgruppenuntersuchungen für die Fragestellungen der Kirche und Glaubenskommunikation vorliegen. Aus diesem Grund verwende ich in der weiteren Diskussion den Begriff der „Digital Natives“ in der Fassung der DIVSI-Studie. Die von Peter Kruse vorgeschlagene und in der Argumentation sehr plausible Differenzierung findet sich dort in gewisser Weise auch wieder, weil es insgesamt sieben Internetmilieus gibt und die „Digital Natives“ noch einmal unterschieden werden. Das Milieu der „Digital Souveränen“ kommt vermutlich jener Gruppe, die Kruse „Digital Residents“ nennt in der Wertorientierung am nächsten. Ob das aber wirklich so ist, kann aber in diesem Rahmen nicht nachvollzogen werden, weil von Kruse nur sehr eingeschränkt Studienmaterialien öffentlich zugänglich vorliegen und der Abgleich zweier unterschiedlicher empirischer Forschungsansätze den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

(1) Vgl. Tronnier, Nemo, Rekonstruktion jugendlicher Erfahrungsräume im Internet, Norderstedt 2011, 5
(2) Ein prominenter Kritiker ist der Pädagogikprofessor Rolf Schulmeister, der verschiedene Studien zur Mediennutzung verglichen hat und daraus schlussfolgert, dass es keine Belege für eine andere Mediennutzung junger Menschen gibt. Vgl. Schulmeister, Rolf, Gibt es eine »Net Generation«?, Hamburg 2009

Foto Flickr CC by-sa Gideon Burton

Besser? Ich freue mich über weitere Rückmeldungen!

May
5

Erfolgserlebnis

Hach, es ist schon einfach Erfolgserlebnisse zu kreiieren. So schaut der aktuelle Text meiner Diplomarbeit im Wordle aus. Witzig finde ich, dass das Tool mit den _innen nicht zurecht kommt und das als eigenes Wort wertet.
Sonst bin ich auch ganz zufrieden, denn es geht voran mit dem Ding :-)

Apr
4

Arenen der Neukodierung von Öffentlichkeit und Privatheit

Meine heutige Erkenntnis beim Diplomarbeiten ist eine Strukturanalogie:

Religion als eine der zentralen Arenen in der Auseinandersetzung in der Konstituierung von Privatheit und Öffentlichkeit in modernen Gesellschaften.
Das Internet ist eine der zentralen Arenen in der Auseinandersetzung in der Konstituierung von Privatheit und Öffentlichkeit in modernen Gesellschaften.

Was eigentlich sonst noch?

Apr
3

Facebook-Cops. WTF.

copDas Innenministerium schickt sogenannte 300 Spezialermittler in die Schulen. Abgesehen davon, dass es wohl auch Spezialermittlerinnen geben könnte, frage ich mich ganz viel:

Was zeichnet Polizist_innen aus, um Schüler_innen den kompetenten Umgang mit Social Media zu vermitteln? Bekommen die jetzt alle eine medienpädagogische Ausbildung, die wohl mehr sein müsste als ein eintägiger Schnellsiedekurs?

Warum gibt es keine medienpädagogischen Projekte, wo junge Leute in kreativer Form Möglichkeiten finden, sich Kompetenzen anzueignen, sondern blosse Information über "Cyberkriminalität, Social-Media-Angebot und Onlinemobbing"?

Was spielen da Eltern und Lehrer_innen für eine Rolle? Sind die wurscht, weil eh die Cops die Sache übernommen haben?

Warum tut das Innenministerium so als ob es die seit Jahren sehr kompetent arbeitende Initiative Saferinternet nicht gäbe? Die Leute da haben wohl mehr Ahnung von der Sache und von der Kommunikation mit Schüler_innen als Polizist_innen und wenn mehr Bedarf da ist, liese sich das ja ausbauen.

Ist das alles sowieso nur Stimmenfang für die ÖVP, um ein Klientel zu bedienen, dass wieder mal nach mehr Kontrolle schreit?

Ergänzungen gerne möglich ...

Mar
24

Tags zur Kommunikation der Kirche mit Digital Natives

Ich habe mir für meine Diplomarbeit mal eine Tagcloud gemacht, die für mich fast ein bisschen ein Resümee dessen ist, wie die Kommunikation der Kirche mit Digital Natives gelingen kann.

Ist das schlüssig? Was fehlt?

Mar
18

Der Begriff der Digital Natives

Ein Ausschnitt aus meiner Diplomarbeit (Arbeitstitel: Kommunikationsräume der Kirche mit Digital Natives eröffnen), den ich gerne zur Diskussion stellen würde.

Update: Zweifassung online

Was sind Digital Natives? Der Begriff wurde von Marc Prensky geprägt, er greift den linguistischen Begriff der „Native Speaker“ auf und entwickelt ihn weiter. Als „native speaker“ werden Menschen verstanden, die in einer Sprache von der frühesten Kinderheit aufgewachsen sind. „Digital Natives“ sind nach Prensky somit Menschen, die in einer Zeit erwachsen wurden, wo digitale Technologien wie Computer und das Internet bereits verfügbar waren. Entscheidend ist also das Alter der Personen. Das Gegenteil von „Digital Natives“ sind „Digital Immigrants“, die mit einem „Akzent“ in den virtuellen Welten unterwegs sind. Sie drucken beispielsweise Emails häufiger aus, können Informationen nicht so schnell verarbeiten und sind weniger multitasking-fähig. Prensky erklärt die Unterscheide mit Veränderungen im Gehirn.

Feb
9

Sag mir, wo die Frauen sind … (k)eine Antwort

fragezeichen

Gaby Filzmoser fragt in ihrem Blog, warum denn so offensichtlich weniger Frauen auf Barcamps sind. Ich finde die Frage total interessant und verfolge - sehr selektiv - auch mit, dass das Thema in der feministischen Szene in Deutschland intensiv diskutiert wird (wie auch das Phänomen, dass es bei der Piratenpartei ganz wenig Frauen gibt). Da gab es auch schon ein Frauenbarcamp.

Ich glaube, dass eine eindimensionale Erklärung des Phänomens zu kurz greifen würde. Es wirkt die Unterrepräsentation der Frauen in der Technik, es wirkt die noch immer vorhandene ungleiche Verteilung für die Verantwortung für die Kinder, ....

Beim aktiven Einbringen, was Gaby auch anspricht, bin ich mir nicht so sicher, ich glaube diese Sorge haben manche Männer genauso. Wer das Format aber mal kennt, ist zumeist begeistert und kommt wieder.

Vielleicht ich auch ein Faktor, dass Barcamps - ausser in einem gewissen Teilsegment - noch nicht so etabliert sind, dass das (auch) als Variante der Weiterbildung wahrgenommen wird. Ich weiss selber auch immer nicht, ob ich da jetzt hingehe wegen der Vernetzung, weil ich was aus meinem Arbeitsbereich erzählen und teilen will oder weil es meine Weiterbildung ist. Wenn ich mich nicht täusche, werden sind Frauen statistisch auch bei der Inanspruchnahmemöglichkeit beruflicher Weiterbildung nicht gerade vorne - auch wenn sie sich ansich viel mehr weiterbilden. Wenn das dann sowenig formal daher kommt, dann ist es vielleicht eine zusätzliche Hürde.

Sicher bin ich mir aber, dass aktive Massnahmen immer gut sind. Kinderbetreuung anbieten, vielleicht das Format besser erklären, damit es nicht nur die Insider_innen anspricht, im Vorfeld einfach auch persönlich drauf achten, Frauen gezielt davon zu begeistern, positive Vorbilder aktiv kommunizieren z.b. drüber bloggen ;-)

Schwierig, schwierig. Jetzt habe ich zwar viel geschrieben, aber eigentlich keine Antwort. Antje Schrupp würde vielleicht einfach sagen, dass es Frauen halt nicht freut, auf Barcamps zu gehen, weil sie etwas anderes lieber tun. Damit bin ich aber irgendwie auch nicht zufrieden und werfe die Frage darum auch hier in meinem Blog in die Runde. Jedenfalls könnte es uns hier in Österreich auch nicht schaden, dass Thema auf die Agenda zu setzen.

Feb
9

Stop ACTA

Falls wer noch immer nicht wissen sollte, was ACTA ist und warum das wirklich gefährlich ist, da gäbe es ein VIdeo.