Arbeit

Fremdgehen ...

Posted by andrea
8. August 2009 - 13:54

LeserInnen des RSS-Feeds meines Blogs wird schon aufgefallen sein, dass hier seltener Beiträge erscheinen als früher. Ja, die Dinge entwickeln sich weiter.

Einerseits blogge ich viel auf SantaPrecaria, was ich zwar auch gut hier bloggen könnte, aber "doppelt gemoppelt" macht für mich im Web einfach keinen Sinn. Da reicht es völlig, wenn ich die Beiträge ab und zu mal verlinke.

Und andererseits habe ich jetzt seit Mai einen neuen Job für das Projekt ThemaTisch.at der Katholischen Aktion. Dort ist jetzt der erste Redaktionsblog seit einer Weile online, wenn auch die ganze Blog-Community noch nicht ganz fertig ist. Viele Themen, die ich hier bloggen würde, passen auch dort. Also verändert sich dieses Blog. Es ist einfach mein Blog abzüglich der Themen, die ich woanders blogge.

Ich würde mich freuen, wenn die Intention dieses Blogeintrages Früchte zeigt und ich eure Neugierde geweckt habe. Schaut mal in die anderen Blogs rein!

Gebloggt bei Santa Precaria (Juni, Juni 2009)

Posted by andrea
25. Juli 2009 - 22:35

Ich habe auf Santa Precaria wieder einmal fleißig gebloggt in den letzten Wochen. Triste Zeiten haben wir, angesichts dieser Liste ...

Blogbeiträge auf Santa Precaria - April und Mai 2009

Posted by andrea
27. Mai 2009 - 21:29

Ich blogge in letzter Zeit relativ viel auf Santa Precaria, der Schutzheiligen der prekär Beschäftigten. Da es mir nicht sinnvoll erscheint die Beiträge hierher zu kopieren, werde ich künftig in unregelmässigen Abständen einige Highlights daraus verlinken.

Außerdem war im Format ein Artikel über AMS-Praktiken, wo ich das Vergnügen hatte, meine eigene "AMS-Ärger-Geschichte" (die ja nun durch den neuen Job beendet ist) beizutragen. Aber auch darüber habe ich gebloggt ;-)

Ich habe einen neuen Job ...

Posted by andrea
29. April 2009 - 17:03

Manche haben es schon mitgekriegt, aber da es jetzt ganz offiziell ist: Ich habe einen neuen Job. Ab Mai 2009 bin ich für die Katholische Aktion der Katholischen Kirche in Oberösterreich zuständig eine neue Online-Community ThemaTisch.at (die Domain verweist einstweilen noch auf die Homepage der Katholischen Kirche in Oberösterreich) aufzubauen. Inhaltlich soll es da um gesellschaftspolitische Themen gehen, die einerseits für Menschen von heute relevant sind und andererseits auch innerhalb der Katholischen Aktion bearbeitet werden, z.B. Sozialpolitik, Ökologie, Frauen-Männer, Entwicklungspolitik, ... Ausgewählte Veranstaltungen ergänzen die Online-Aktivitäten offline und ermöglichen es, dass Menschen auch persönlich in Kontakt kommen. Denn bei aller Kommunikation, die übers Internet möglich ist, ist schon auch klar, dass das Internet persönliche, zwischenmenschliche Kontakte nur ergänzen, aber nicht ersetzen kann.

Also ein ambitioniertes Projekt, dass noch ganz am Anfang steht. Einstweilen gibt es mal einen Twitter-Account, an der technischen Lösung einer Homebase für das Projekt wird gerade gearbeitet. Heute habe mal mein Büro bezogen, nette KollegInnen und andere MitarbeiterInnen im Diözesanhaus kennengelernt und mich einfach mal orientiert, was da auf mich zukommt. Persönlich freue ich mich auf sehr auf die neue Tätigkeit. Sie verbindet in besonderer Weise mein Interesse und meine Freude am Web 2.0 mit der christlichen Theologie, so wie ich sie verstehe: weltoffen, engagiert, kritisch, einfach in der Welt, bei den Menschen - denn von Gott können wir nur reden, wenn wir zuallererst vom Menschen reden.

Wenn sich eine Legofigur für einen Job bewirbt ...

Posted by andrea
6. April 2009 - 16:33

Durchs Internet werde ich wieder zum richtigen Lego-Fan. Was damit nicht alles gemacht werden kann!

Folgendes Video zeigt, was passiert, wenn sich ein Lego-Bauarbeiter bei einer echten Firma bewirbt. Have Fun!

10% mehr arbeiten fürs gleiche Geld?

Posted by andrea
6. März 2009 - 20:01

Die österreichische Bildungsministerin Schmied fordert von den Lehrer_innen 10% mehr zu arbeiten - fürs gleiche Geld. Denn unser Staat muss jetzt sparen wegen der Wirtschaftskrise - und das nach SPÖVP nicht bei Bank- und BörsemanagerInnen, die die Krise verursacht haben, sondern bei den ganz normalen Menschen. Ich möchte darauf wetten, dass die aktuelle Debatte um die Lehrer_innen nur der Anfang ist.
An der Bildung zu sparen, heisst an der Zukunft zu sparen. Schlechtere Arbeitsbedingungen für die ohnehin schon belasteten Lehrer_innen gehen ganz sicher auf Kosten der Schüler_innen. Selbst habe ich im Rahmen meines Schulpraktikums einen kleinen Einblick in die Arbeit der Lehrer_innen bekommen - und war einerseits positiv von der Qualität des Unterrichts überrascht, andererseits aber auch schockiert, wie stressig so ein Vormittag ohne Pause und mit ständigem Lärmpegel ist. Bei Franz Kuehmayer findet sich eine gute Liste, was sich wirklich ändern müsste. Um ein authentisches Bild der Realität der Lehrer_innen zu schaffen, dokumentiere ich hier (mit ihrem Einverständnis) einen

Offenen Brief der Volkschullehrerin Eva Schlemmer

Sehr geehrte Frau Minister!

Ich bin Volksschullehrerin im 19. Dienstjahr und verdiene rund 1.700€ monatlich netto.
Selten hatte ich als klassenführende Lehrerin eine Wochenarbeitszeit, die das Ausmaß von 45 Stunden unterschritt. Meistens waren es noch sehr viel mehr Arbeitsstunden, vor allem, wenn ich die enormen Korrekturarbeiten der 4.Klasse zu erledigen hatte.
Wir VS-Lehrerinnen haben die höchste Lehrverpflichtung: 22 Stunden. (Warum das so ist, kann ich nicht nachvollziehen. Vermutlich, weil in unserem Berufsstand fast nur Frauen arbeiten und diese weniger vertreten und geringer bewertet werden.)

"Die Großen läßt man laufen, die Kleinen hängt man" - Supermarktkassierin wegen € 1,30 gekündigt

Posted by andrea
25. Februar 2009 - 23:38

Die Supermarktkassierin Barbara E. wurde gekündigt, weil sie angeblich Leergutbons in den Höhe von € 1,30 unterschlagen hat. Das Urteil, dass diese Kündigung rechtens ist, wurde gestern in 2. Instanz bestätigt. In diesem Mitschnitt der ARD Tagesthemen ist diese Geschichte gut zusammengefasst und Barbara E. kommt auch zu Wort: "Die Großen läßt man laufen, die Kleinen hängt man". Barbara E. hat 30 Jahre bei ihrem Unternehmen "Kaiser's" gearbeitet und war gewerkschaftlich engagiert.

Eine gute Dokumentation des Falls findet sich bei Labour.net. Thialfi vom Blog "Tempel der Gaia" reflektiert in diesem Zusammenhang über Gerechtigkeit. Auch ich meine, dass hier offenbar "Dobble Standards" bestehen: Banker können Milliarden verzocken und der Verlust wird mit Steuergeldern ausgeglichen, eine Supermarktkassierin, die diese Steuergelder zahlt, schützt offenbar das Recht nicht. Das einzig erfreuliche ist, dass offenbar Gewerkschafter_innen ein Solidaritätskomitee gegründet haben.

Vorstellung von Santa Precaria auf eBetriebsrat

Posted by andrea
24. Februar 2009 - 22:15

Im Blog eBetriebsrat habe ich einen Gastbeitrag verfasst und das Blog Santa Precaria vorgestellt. Hier nur dieser kurze Hinweis darauf.

Prekäre Arbeit im Kulturbereich in Linz ist nun wirklich nichts Neues

Posted by andrea
15. Dezember 2008 - 21:42


Foto: tschörda

Die Medien fallen derzeit aus allen Wolken, dass es, wie vor ein paar Tagen berichtet, im Linzer AEC prekäre Arbeitsverhältnisse gibt und darum arbeitsrechtliche Klagen von MitarbeiterInnen laufen. Die Gebietskrankenkasse hat festgestellt, dass MitarbeiterInnen angestellt werden müssten. Statt bisher zwei Millionen Euro braucht das AEC nun von der Stadt Linz pro Jahr 4,8 Millionen Euro (OÖN).
Mich wundert es schon, dass hier so getan wird, als ob das alles ganz neu wäre und bisher nicht bekannt. Nicht nur im informellen Kontext der Linzer Kulturszene sind diese untragbaren Zustände seit langem Thema, es gab Veranstaltungen, Projekte und Publikationen dazu. Offenbar wurden diese von den Mainstream-Medien und den zuständigen (Kultur-)PolitikerInnen bisher einfach ignoriert. Denn die Fakten sprechen durchaus dafür, dass Linz nicht so sehr die "soziale Musterstadt" ist, wie sie sich gerne präsentiert - und das gerade dort, wo StadtpolitikerInnen direkten Einfluss haben und sich nicht auf die unsoziale Wirtschaft herausreden können.

Hier nun eine (sicherlich nicht vollständige) Dokumentation, was sich bisher zum Thema prekäre Arbeit im Kulturbereich in Linz getan hat:

AEC-MitarbeiterInnen klagen auf reguläre Arbeitsverhältnisse - Bravo!

Posted by andrea
11. Dezember 2008 - 19:45


Foto: tschörda

Als eine aus der Linzer Kulturszene, die so einiges mitkriegt, wie Prekarität über Kultur produziert wird, freut es mich, dass heute den Medien zu entnehmen ist, dass nicht nur der kaufmännische Geschäftsführer der AEC gegangen ist, sondern dass MitarbeiterInnen des AEC dieses aus arbeitsrechtlichen Gründen geklagt haben und nun durchsetzen wollen, dass ihre Arbeitsverhältnisse in reguläre Anstellungen umgewandelt werden. Drei Klagen laufen bereits, vier sind in Schwebe.

Dazu kann ich nur sagen: Es wurde auch Zeit! Allzulange wissen sowieso alle in der Szene, dass die grossen Kulturinstitutionen von Stadt und Land wie AEC, Lentos, Landesmuseen, OK Arbeitsverhältnisse produzieren, die prekär und ungesichert sind. Es wird mit einigen wenigen Angestellten operiert, der Rest sind "Freie" (WerkvertraglerInnen, freie DienstnehmerInnen, geringfügig Beschäftigte), die beliebig hin und her geschoben werden können, meist weit unter ihrer Qualifikation bezahlt und so abhängig von der Institution sind. Wenn sich jemand wehrt, ist schnell Ersatz gefunden, denn allzuviele fallen leider auf die "Kultur ist klasse" Kreativwirtschafts-Ideologie herein oder haben schlicht keine anderen Möglichkeiten in diesem Bereich vor Ort zu arbeiten. Dass diese Praktiken oftmals an der Grenze der arbeitsrechtlichen Legalität vorbeischrammen, ist klar, aber bisher sind die Kultur-Institutionen gut damit gefahren, weil niemand den Klagsweg beschritten hat. Das scheint sich jetzt zu ändern. Ich kann diesen MitarbeiterInnen nur alles Gute und viel Solidarität seitens der KollegInnen wünschen, denn es ist Schimäre, wenn der künstlerische Leiter des AEC Gerfried Stocker sagt: "Wir haben aber beispielsweise auch Computerfreaks, die gar kein normales Angestelltenverhältnis wollen und lieber frei sind" (ORF online) - Freiheit heisst in diesem Zusammenhang vor allem frei von sozialer Sicherheit, denn bei Stundenhonoraren von oftmals nur €8.- bis €15.- kann kein/e Selbständige (der/die ja Sozialversicherung und Steuern davon zahlen muss) vernünftig überleben.

Ich bin echt gespannt wie es weitergeht - jedenfalls ist es sehr positiv, dass es hier zu einer rechtlichen Klärung der arbeitsrechtlichen Situation der AEC-MitarbeiterInnen kommen wird. Ich frage mich, warum sich Kulturstadtrat und Aufsichtsratvorsitzender Erich Watzl so sicher ist, wenn er sagt "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein städtisches Unternehmen illegale Beschäftigungen hat" (Die Presse).