
Foto: tschörda
Als eine aus der Linzer Kulturszene, die so einiges mitkriegt, wie Prekarität über Kultur produziert wird, freut es mich, dass heute den Medien zu entnehmen ist, dass nicht nur der kaufmännische Geschäftsführer der AEC gegangen ist, sondern dass MitarbeiterInnen des AEC dieses aus arbeitsrechtlichen Gründen geklagt haben und nun durchsetzen wollen, dass ihre Arbeitsverhältnisse in reguläre Anstellungen umgewandelt werden. Drei Klagen laufen bereits, vier sind in Schwebe.
Dazu kann ich nur sagen: Es wurde auch Zeit! Allzulange wissen sowieso alle in der Szene, dass die grossen Kulturinstitutionen von Stadt und Land wie AEC, Lentos, Landesmuseen, OK Arbeitsverhältnisse produzieren, die prekär und ungesichert sind. Es wird mit einigen wenigen Angestellten operiert, der Rest sind "Freie" (WerkvertraglerInnen, freie DienstnehmerInnen, geringfügig Beschäftigte), die beliebig hin und her geschoben werden können, meist weit unter ihrer Qualifikation bezahlt und so abhängig von der Institution sind. Wenn sich jemand wehrt, ist schnell Ersatz gefunden, denn allzuviele fallen leider auf die "Kultur ist klasse" Kreativwirtschafts-Ideologie herein oder haben schlicht keine anderen Möglichkeiten in diesem Bereich vor Ort zu arbeiten. Dass diese Praktiken oftmals an der Grenze der arbeitsrechtlichen Legalität vorbeischrammen, ist klar, aber bisher sind die Kultur-Institutionen gut damit gefahren, weil niemand den Klagsweg beschritten hat. Das scheint sich jetzt zu ändern. Ich kann diesen MitarbeiterInnen nur alles Gute und viel Solidarität seitens der KollegInnen wünschen, denn es ist Schimäre, wenn der künstlerische Leiter des AEC Gerfried Stocker sagt: "Wir haben aber beispielsweise auch Computerfreaks, die gar kein normales Angestelltenverhältnis wollen und lieber frei sind" (ORF online) - Freiheit heisst in diesem Zusammenhang vor allem frei von sozialer Sicherheit, denn bei Stundenhonoraren von oftmals nur €8.- bis €15.- kann kein/e Selbständige (der/die ja Sozialversicherung und Steuern davon zahlen muss) vernünftig überleben.
Ich bin echt gespannt wie es weitergeht - jedenfalls ist es sehr positiv, dass es hier zu einer rechtlichen Klärung der arbeitsrechtlichen Situation der AEC-MitarbeiterInnen kommen wird. Ich frage mich, warum sich Kulturstadtrat und Aufsichtsratvorsitzender Erich Watzl so sicher ist, wenn er sagt "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein städtisches Unternehmen illegale Beschäftigungen hat" (Die Presse).
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