Frauen und Twitter: öffentlich und privat, Quantität und Qualität

Posted by andrea
8. April 2009 - 19:30

Ich schreibe ja hier relativ selten übers Internet. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass zu den neuesten Entwicklungen, insbesondere zum Web 2.0, sowieso schon so viel gesagt wird, was ich nicht wiederholen muss. Vielmehr habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, die interessantesten Fundstücke dazu zu twittern oder bei Del.ico.us zu bookmarken.

Da nun aber anlässlich der deutschsprachigen Twitterumfrage die Debatte um Frauen und Twitter entbrannt ist, kann ich es nicht lassen und muss dazu auch bloggen. Ein signifikantes Ergebnis dieser Umfrage unter 2811 Twitter-Nutzer_innen ist, dass nur etwa ein Viertel davon Frauen sind. Als eine, die sich seit vielen Jahren immer wieder mit Frauen und Technik beschäftigt, ist das für mich bei längerem Überlegen kein wirklich überraschendes Ergebnis, auch wenn meine subjektive Schätzung eine andere gewesen wäre. Das deswegen, weil ich besonders (aber nicht nur) am Web2.0 Kontakt mit anderen Frauen interessiert bin und so auch meine Kontakte entsprechend ausfallen.

Interessant ist, dass die Studie besagt, dass Frauen häufige über "private" Themen twittern und auch öfter ihre Twitter-Account auf "nicht öffentlich" eingestellt haben. Ihdl bemerkt in ihrem Blogkommentar dazu, dass auch 2009 offenbar "Privatheit und Öffentlichkeit zwei Sphären sind, die noch geschlechtsspezifisch geprägt sind". Auf Freshzweinull werden Frauen dann auch gleich als "Geheimnisträger" (!) bezeichnet. Dieser Jargon ist für mich ein Indiz für die Überlegung von Ihdl, dass Frauen offenbar stärker "ihre Privatidentität vor konkreter Gefährdung schützen wollen". Offenbar ist das noch immer notwendig, weil Frauen sobald sie die ihnen traditionell zugewiesenen Sphären überschreiten, sich stärker der Kritik aussetzen. Manche Kommentare in Blogs von Feministinnen oder auch der Kommentarbereich auf diestandard sprechen davon ja Bände.

Gleichzeitig ist aber zu fragen, was "öffentlich" und "privat" überhaupt ist. "Das Private ist politisch" ist immer noch richtig. Im Web 2.0 verfließen die Grenzen: Wenn ich z.B. twittere, dass ich für Freund_innen koche, trage ich - trotz aller selektiven Authentizität im Netz, die mir wichtig ist - ein Stück meines Privatlebens in die Öffentlichkeit. Warum kocht die gerne? Wann tut sie das? Hat die nichts besseres zu tun? Warum schreibt die Freund_innen und nicht Freunde oder FreundInnen?
Ich bin mit solch privaten Mitteilungen eher zurückhaltend und habe auch kaum Kontakte auf Twitter, die ausschließlich über Kochen, Essen, Wetter, Aufstehen und Zubettgehen, Freund_innen und sonst irgendwelche Alltagsthemen twittern. Vielmehr folge ich lieber Menschen, die sich inhaltlich mit Themen beschäftigten, die mich interessieren - mich als politischen Mensch. Aber trotzdem bin ich der Meinung, dass ab und zu ein Tweet über Alltäglichkeiten die Würze von Twitter ist. Ich will keinen RSS-Feeds folgen und keinen PR-Maschinerien, sondern ich will spüren, welche Menschen da hinter welchen Inhalten stehen. Ohne dieser Würze kann aus einem Kontakt auch keine nähere Beziehung werden, kann kein echtes Interesse entstehen.

Antje Schrupp bezieht in ihrem Beitrag Der Sinn und Unsinn des Zwitscherns stärker auch die qualitative Komponente in die Debatte ein:

Ein erster Schritt wäre aus meiner Sicht, sich von dem Starren auf die Quantität als Zeichen für den "Erfolg" von Netzaktivitäten zu verabschieden. Hohe Zugriffszahlen auf den eigenen Blog, die bloße Anzahl von Kommentaren zu einem Artikel oder die schiere Menge an Freund_innen oder Followern sagt überhaupt nichts über die Qualität oder die Wirksamkeit der Kommunikation aus. Eine Herde von Mitläufer_innen, die meinen Blog nur liest, weil ich sie ständig in ihren Vorurteilen bestätige, ist im Sinne der Weltveränderung jedenfalls weniger effektiv als eine kleine Anzahl von Leser_innen, die sich von meinen Texten tatsächlich inspirieren und zum Selber- und Neudenken anregen lassen.

Diese Meinung teile ich. Das ist vielleicht auch der Grund, warum ich hier in meinem Blog und genauso beim Twittern über alles schreibe, was mir wichtig ist. Marketingtechnisch müsste ich vermutlich meine Themen aufsplitten z.B. in Kultur / Feminismus / Theologie, denn realistischerweise sprechen diese unterschiedliche "Zielgruppen" an. Ich tue es nicht, sondern kommuniziere über alle meine Kanäle alle meine Themen - denn für mich gehören sie zusammen, sind ein Teil meiner Geschichte, meinen Gegenwart, meiner Zukunft. Wer damit nichts anfangen kann, ist ja sowieso nicht gezwungen mir zu folgen oder meinen Blog zu lesen. Aber natürlich freue ich mich, wenn es jemand interessiert - und ganz besonders, wenn sich daraus spannende, auch kontroverse Diskussionen ergeben, die weiterführen und Themen vertiefen.

Dieses Auswählen-Können ist für mich auch ein Spezifikum des Web 2.0, das mir wichtig ist. Im Unterschied zu Mainstream- und Massenmedien entscheide ich selbst, welchen Inhalten ich mich widmen will, wem ich auf Twitter folge, wessen Blogs ich per RSS lese und welche Seiten es wert sind, als Bookmark abgelegt und geteilt zu werden. Antje Schrupp meint richtigerweise, dass es dabei um die Entwicklung einer "produktiven Streit- und Konfliktkultur" im Wissen um Differenzen geht. Zu diesen Differenzen gehört für mich auch ganz zentral zu wissen und die Erinnerung daran immer wach zu halten, dass wir alle, die wir hier bloggen und twittern eine kleine "Elite" sind. Gerade heute habe ich gelesen (und getwittert), dass 1,8 Milliarden Menschen ohne soziale Absicherung arbeiten. Welche neuen Ausschlüsse produzieren wir?

Kommentare

Stefan Leitner-Sidl (nicht überprüft) - 8. April 2009 - 20:53

hi andrea!
warum ist das private politisch. ich dachte immer, nur das öffentliche ist politisch. bitte klär mich auf.
lg
stefan

andrea - 8. April 2009 - 21:07

"Das Private ist politisch" ist ein Slogan der neuen Frauenbewegung der 1970er-Jahre. Damals gings es um Themen wie Gewalt gegen Frauen, Abtreibung oder Hausfrauenarbeit. Beim Thema Gewalt gegen Frauen wird es besonders deutlich, dass hier ein Wandel passiert ist: Damals wurde häusliche Gewalt als "Privatproblem" der betroffenen Frauen abgetan, was heute so nicht mehr der Fall ist (das es aber noch immer einiges zu tun gibt, ist keine Frage). Frauenhäuser, Gewaltschutzzentren, Interventionsstellen gegen Gewalt in der Familie entstanden und wurden öffentlich unterstützt. Damit ist eine Politisierung passiert eines vormals "privaten" Themas. Ein anderes Beispiel wäre, dass Vergewaltigung in der Ehe bis in die 1980er kein Straftatbestand war.
Das ganze liese sich aber auch an vielen anderen Beispielen darstellen, es geht einfach darum, dass die Arbeitsteilung (und damit Machtverteilung) zwischen Männer und Frauen keine Frage ist, die ausschließlich privat zwischen zwei Personen ausgehandelt werden kann, sondern eine öffentliche, eine politische Sache.
Der Slogan liese sich aber auch auf andere Lebensbereiche anwenden, z.B. Es ist nicht egal, ob ich mich beim Einkaufen für die billigste Diskonter-Ware oder für biologische und fair gehandelte Produkte entscheide ...
Mittlerweile gibts es einiges an feministischer und Gender-Theorie zum Thema Privat/Öffentlich. Kernforderung dabei ist, dass es darum geht die Zuschreibung Frau = Privat = Natur und Mann = Öffentlich = Kultur aufzubrechen, zu verschieben, zu dekonstruieren in allen Dimensionen.

Stefan Leitner-Sidl (nicht überprüft) - 8. April 2009 - 21:25

unterschreibe diese forderung!
lg
stefan

Hannelore (nicht überprüft) - 8. April 2009 - 22:26

Zur Twitterumfrage: Hast du da mitgemacht, Andrea? Ich nicht. Und wer weiß wie viele andere Twitter-Frauen es nicht wussten.
Der Frauenanteil meiner Followerinnen ist 45% und ich twittere schon mal eher mit einem Mann übers Kochen u.ä. als mit den Frauen, da geht es eher um gute Infos.

Ich denke die Twittergemeinde ist gespalten in Quantitäts- und Qualitäts-Leute. Wer was verkaufen will ist mit 10.000 Followern erfolgreicher als mit 100.

Für die Qualitätsbewussten gibt es zig Tools um Generosity, Influence, Beziehungen und andere Werte zu messen, z.B. bei http://www.twitalyzer.com/twitalyzer/index.asp

andrea - 8. April 2009 - 22:39

Ja, bei der Twitterumfrage habe ich mitgemacht. Ich glaube auch, dass diese Umfrage maximal eine Tendenz anzeigt, aber nicht wirklich als repräsentativ einzustufen ist, weil die Kanäle über die sich das verbreitet hat, vermutlich zu einseitig sind. Hättest Du mitgemacht, wenn du es gewusst hättest?
Ich habe meine Follower noch nie gegendert abgezählt ... muss ich vielleicht mal machen bei Gelegenheit, du hast mich jetzt neugierig gemacht.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich Deine Einschätzung der Teilung in Quanitäts- und Qualitätsleute teilen soll. Ich kann mir einfach nicht recht vorstellen, dass jemand, der/die fast ausschließlich Marketing-Content twittert wirklich zu so vielen Followern kommt - auf jeden Fall nicht zu Followern, die die Tweets auch (meist) wirklich lesen und nicht nur allen zurückfolgen. Insofern halte ich diese Analysetools auch nur in der Tendenz für interessant, da würde ich das oben angesprochene Argument von Antje Schrupp stark machen: Qualität vor Quantität - und genau diese Qualität lässt sich mit den rein quantitativen Tools nicht wirklich ermitteln. Aber vielleicht bin ich hier auch eine zu skeptische Soziologin, das habe ich ja vor Ewigkeiten auch mal studiert.

ihdl (nicht überprüft) - 8. April 2009 - 23:11

Spannd, was diese Twitterumfrage für Diskussionen anregt, die weit darüber hinaus reichen, wie viele Frauen so twittern!

Antje Schrupp warnt in ihrem Text ja auch vor der Gefahr, dass jede_r sich die Öffentlichkeit durch das Netz noch mehr als sonst so zusammenbaut, wie es zur eigenen Meinung und zu den eigenen Interessen passt. Ich habe dazu neulich ein Buch von Cass R. Sunstein (Republic.com 2.0) angelesen, der schreibt, dass zum Konzept von freier Meinungsäußerung auch gehört, dass die Chance besteht, mit Meinungen konfrontiert zu werden, die einer nicht passen.
Beim Lesen deines Textes hier kam mir der Gedanke, dass gerade solche Blogs wie du sie betreibst, mit verschiedenen Themen, die dich interessieren (und ich halte das bei mir ja auch so), diese Vorraussetzung für Demokratie ja in einer neuen Form gegeben ist. Durch deinen Blog und Twitter – gerade auch mit der "Würze" alltäglicherer Tweets über das Kochen für Freund_innen – erlebe ich eine Netzidentität von Andrea Mayer-Edoloeyi, die ich irgendwie sympatisch finde und die mich dazu führt, die Blogeinträge hier zu lesen, auch wenn ich mich zwar für Feminismus sehr, für Kulturarbeit ein bisschen, aber für Theologie eher nicht interessiere. Dadurch erfahre ich dann etwas über Themen, die ich mir nicht zielgerichtet (als Teil einer Zielgruppe) rausgesucht hätte und erlebe Differenzen. Z.B.: Es gibt Feministinnen, die gleichzeitig Katholikinnen sind, und die z.B. zu den aktuellen Diskussionen um den Papst Stellung beziehen. Das finde ich interessant, auch wenn meine Position bezüglich der Kirche und Religion eine andere ist als meine. Ich finde, Twitter ist somit eine sehr tolle Ergänzung zu Blogs, und insgesamt entstehen durch solche Technologien andere und offenere Arten, in (Teil-)Öffentlichkeiten zu diskutieren, Differenzen wahrzunehmen und mit diesen umzugehen.

Antje Schrupp (nicht überprüft) - 8. April 2009 - 23:40

Danke, Andrea, dass du so "weitergedacht" :) hast! Und schön, dich jetzt auch hier zu treffen, Hannelore :)

Ich musste beim Thema "Qualität/Quantität" und die Effektivität von Blogs grade an diese wunderschöne Passage aus dem ZDF-Interview von Günter Gaus mit Hannah Arendt denken:

* Gaus: Ihre Arbeit – wir werden auf Einzelheiten sicherlich noch kommen – ist in wichtigen Teilen auf die Erkenntnis der Bedingungen gerichtet, unter denen politisches Handeln und Verhalten zustande kommen. Wollen Sie mit diesen Arbeiten eine Wirkung auch in der Breite erzielen, oder glauben Sie, daß eine solche Wirkung in der heutigen Zeit gar nicht mehr möglich ist – oder ist Ihnen ein solcher Breiteneffekt nebensächlich?
* Arendt: Wissen Sie, das ist wieder so eine Sache. Wenn ich ganz ehrlich sprechen soll, dann muß ich sagen: Wenn ich arbeite, bin ich an Wirkung nicht interessiert.
* Gaus: Und wenn die Arbeit fertig ist?
* Arendt: Ja, dann bin ich damit fertig. Wissen Sie, wesentlich ist für mich: Ich muß verstehen. Zu diesem Verstehen gehört bei mir auch das Schreiben. Das Schreiben ist Teil in dem Verstehensprozeß.
* Gaus: Wenn Sie schreiben, so dient es Ihrem eigenen, weiteren Erkennen?
* Arendt: Ja, weil jetzt bestimmte Dinge festgelegt sind. Nehmen wir an, man hätte ein sehr gutes Gedächtnis, so daß man wirklich alles behält, was man denkt: Ich zweifle sehr daran, da ich meine Faulheit kenne, daß ich irgend etwas notiert hätte. Worauf es mir ankommt, ist der Denkprozeß selber. Wenn ich das habe, bin ich persönlich ganz zufrieden. Wenn es mir dann gelingt, es im Schreiben adäquat auszudrücken, bin ich auch wieder zufrieden. – Jetzt fragen Sie nach der Wirkung. Es ist das – wenn ich ironisch werden darf – eine männliche Frage. Männer wollen immer furchtbar gern wirken; aber ich sehe das gewissermaßen von außen. Ich selber wirken? Nein, ich will verstehen. Und wenn andere Menschen verstehen, im selben Sinne, wie ich verstanden habe – dann gibt mir das eine Befriedigung, wie ein Heimatgefühl.

Mir geht es da ganz genauso wie Arendt. Schreiben ist für mich eine Möglichkeit, die Gedanken, die mir im Kopf herum gehen, zu sortieren und "rauszubringen". Vorher hab ich dann keine Ruhe. Dass ich sie via Blog heutzutage auch noch gleich veröffentlichen kann und sie dann u.U. auch noch Wirkung bei anderen entfalten - umso besser. Aber das ist nicht der Grund, warum ich's mache...

Hannelore (nicht überprüft) - 9. April 2009 - 1:57

@andrea sagt "Ich kann mir einfach nicht recht vorstellen, dass jemand, der/die fast ausschließlich Marketing-Content twittert wirklich zu so vielen Followern kommt - auf jeden Fall nicht zu Followern, die die Tweets auch (meist) wirklich lesen und nicht nur allen zurückfolgen."

Guckst du hier: http://twitter.com/THE_REAL_SHAQ (Shaq ist ein Rapper und einer der besten Basketballspieler aller Zeiten; die Followers sind Fans + lesen ganz sicher die Tweets.)

@ihdl sagt "Dadurch erfahre ich dann etwas über Themen, die ich mir nicht zielgerichtet (als Teil einer Zielgruppe) rausgesucht hätte und erlebe Differenzen."

Genauso geht's mir. Ich dachte ich hätte Feministisches hinter mir gelassen, jetzt bin ich wieder mitten drin gelandet. War ja meine Entscheidung und: I am growing on you! Die Web2-Tools sind so toll, weil sie dazu führen, dass durch die Fülle Differenzen nebeneinander stehen bleiben können, ohne dass jede Kleinigkeit bewertet wird/werden kann.

@antje Anders als Hannah Arendt finde ich Wirkung (auf andere oder auf mich selbst) als Ergebnis von Schreiben als wohltuend. Es ist für mich eine Freude, wenn ich durch mein Schreiben Resonanz erzeuge. Deshalb stelle ich mich auf mein Lesepublikum ein, um diese Resonanz zu wiederholen. Aber im Endeffekt schreibe ich - wie du - für mich selbst. Ich halte Altruismus und Egoismus nicht nur für vereinbar, sondern beide notwendig für eine innere Balance.

andrea - 9. April 2009 - 10:18

@hannelore: Da hast du natürlich recht, dass Promis anders twittern. Ich bin gedanklich einfach mal von Leuten wie uns ausgegangen.

@ihdl: Deine Rückmeldung freut mich sehr, weil es mich darin bestätigt, dass es offenbar doch geht, sich nicht auf marketingstechnisches zu reduzieren und doch ins Gespräch und in Beziehung zu kommen.
Ist das nicht das Besondere am Feminismus, das wir nie bei simplen Zahlenspielereien bleiben, sondern immer das Ganze im Blick haben?
Ich finde auch, dass sich Twittern und Bloggen hervorragend ergänzen. Es gibt für mich den schnellen Kanal mit 140 Zeichen und den Blog als Bereich, wo ich soviele Zeichen habe, wie ich gerade mag. Bei meinem eigenen Lese- und Followerverhalten mischt es sich - ich entdecke interessante Blogs und schaue dann, ob die/der Autor_in auch twittert (so bei dir) oder umgekehrt, ich komme mit jemand in Kontakt und interessiere mich dann für mehr von dieser Person.

@antje: Für mich ist auch der Verstehensprozess beim Schreiben vorgängig, die meisten meiner Texte entstehen ziemlich prozesshaft. Darum kann ich auch nicht mehr richtig gut auf Papier schreiben, weil ich einfach umstellen, rumkopieren etc. muss. Schreib ich doch mal auf Papier entstehen komplett andere Texte als am Computer.
Ich glaube aber, dass die Grenze zwischen dem Schreiben für sich, um des Verstehens willen, und dem Schreiben, um mit anderen in Kontakt zu kommen (was ja noch nicht heisst, sie von etwas zu überzeugen), fließend ist. Schreiben empfinde ich als kommunikativen Prozess - selbst bei Texten, die niemand anderer liest als ich. Denn wenn ich diese mit einem gewissen Zeitabstand wieder lese, trete ich ein Stück weit mit mir selbst in Kommunikation (die Archivfunktion des Web ist dafür sehr toll). Aber Hannah Arendt spricht schon auch etwas an das mir wichtig ist, es wird problematisch, wenn sich Schreiben auf die Wirkung reduziert und nicht erst einmal als "Verstehens- und Erkennensmethode" eine Qualität in sich, für sich selbst hat. Ob das immer eine Wirkung haben müssen typisch männlich ist, weis ich nicht (da bin ich eher vorsichtig mit solchen Zuschreibungen), es ist jedenfalls typisch kapitalistisch.

Rezepte zum Abnehmen (nicht überprüft) - 9. April 2009 - 10:24

Ich finde es richtig gut, dass du damit mal "aufräumst". Als würden wir Frauen tatsächlich nur über Backen, Kochen und Co. sprechen, bzw. im Internet schreiben. Natürlich ist es eine der schönsten Nebensachen der Welt (zumindest für mich), da ich mich beim Kochen kreativ austoben kann-aber es ist nicht mein Lebensinhalt.

Christian Schenk (nicht überprüft) - 9. April 2009 - 11:08

Ich finde es richtig und gut, dass du dich dafür entschieden hast einen Blog zu schreiben, in dem du sämtliche Themen ansprichst, die dich betreffen. Dies hat meiner Meinung viele Vorteile und wirkt - insb. bei "privaten" Webseiten - seriöser, als zielgruppengerechte Blogs, von denen du etliche anlegen müsstest.

Zum Thema Frauen und Twitter kann ich vielleicht zwei interessante Links zum Blog von Malcolm Coles beisteuern: Letztens beschäftigt er sich mit dem Tool Twist und findet damit Interessantes heraus. So beispielsweise:

Dazu mal ganz subjektiv: Ich folge auf Twitter gerne den weiblichen Benutzern, da dort meist interessanter, da privater, gezwitschert wird. In eine originelle Diskussion einzusteigen finde ich leichter, als zum x-ten Male die Nachricht zu verbreiten, dass Google wohlmöglich Twitter kaufen wird.

andrea - 9. April 2009 - 11:55

@christian: Danke für die nette Rückmeldung. Mich nervt es auch, wenn ich zum x-ten Mal lesen muss, dass dieses oder jenes technische Tool das und das ... Durch geschicktes Followen und Unfollowen bin ich derzeit recht zufrieden damit, was ich an solchen Infos so bekomme. Aber das hat eine Weile gedauert ...
Das mit den Twitter Statistiken finde ich interessant, aber es bildet halt auch wie die Twitterumfrage nur eine Tendenz ab.
Außerdem finde ich Begriffe wie "he", "she", "Frauen" und "Männer" viel fraglicher als es aus der bisherigen Diskussion hier erscheinen mag, das sind Zuschreibungen, die nur in der Relation bestehen. Besonders aufgefallen ist mir das bei "husband" und "wife", hinter solchen Suchabfragen steckt dann schon auch Heteronormativität. Das das alles viel komplizierter, vielfältiger und damit spannender ist, ist wohl klar - und auch, dass solche statischen Zuordnungen alte Ordnungen reproduzieren. Aber das gilt wohl auch für die Twitterumfrage.

Antje Schrupp (nicht überprüft) - 9. April 2009 - 14:09

@hannelore @andrea: Ja, gegen Wirkung ist auch nichts einzuwenden, Arendt sagt das ja auch: „Und wenn andere Menschen verstehen, im selben Sinne, wie ich verstanden habe – dann gibt mir das eine Befriedigung, wie ein Heimatgefühl.“ Aber nur in diesem Sinn freue ich mich über Wirkung. Manchmal, wenn mich Leute total falsch verstehen und Schlüsse ziehen, die ich gar nicht gemeint hatte oder wollte (das kann auch der Fall sein, wenn sie mir zustimmen!), dann ärgere ich mich. Vielleicht geht es eher ums Vermitteln als um Wirken. Wenn Leute mich falsch verstehen, hatte ich zwar Wirkung, aber die Vermittlung ist nicht gelungen. Und du hast Recht: Altruismus und Egoismus sind keine Gegensätze. Ich würde sogar noch weitergehen – sie sind nicht nur in Balance, sondern vielleicht sind sie eigentlich sogar dasselbe ...

Uli Feichtinger (nicht überprüft) - 22. April 2009 - 16:11

Wau, ich freue mich, dass ich ganz "zufällig" über beziehungsweise-weiterdenken hier gelandet bin. Denn eigentlich war ich auf der Suche nach Quellen für den alternativen Muttertag (Erzählcafe über die eigene Mutter) - und nun bin ich hier gelandet! :)

Die Entscheidung, einen Blog zu führen, und die positiven Zusprüche dazu finde ich toll, weil ich selbst damit "hadere". Twittern tu ich ja mit zwei Egos
--> http://twitter.com/die_gruene_uli (Grüne Politik und Verwandtes)
--> http://twitter.com/weripower (Huna, Coaching und Verwandtes)
Bei Facebook mische ich... Bloggen hab ich noch nicht angefangen...

Die Qualität statt Quantität ist mir auch ein wichtiges Anliegen. In unserem wissenschaftlich geprägten Weltbild ist halt nur das etwas, was mensch messen kann. Und die persönliche, individuelle Qualität ergibt sich bei Twitter und Co über die persönliche Entscheidung, wem ich followe etc. - das kam ja bei den oberen Postings ziemlich klar raus. Auf diese Art und Weise tritt die Subjektivität wieder mehr in den Vordergrund, was ein Vorteil ist (finde ich) - und auch ein Nachteil sein kann - siehe "im eigenen Saft schmoren"...

Danke fürs Teilen Eurer Meinungen und Gedanken! :)

andrea - 22. April 2009 - 18:59

Da habe ich mir zuerst schon überlegt, wie ich gesehen habe, dass du den Beitrag von Antje getwitttert hast, ob du wohl hier landen wirst. Und siehe da: Ja.

Bei dir finde ich die zwei Twitter-Accounts ganz schlüssig, ich werde mir ja vermutlich auch einen zweiten zulegen, weil ich ja bald für eine neue Online-Community der katholischen Aktion zuständig bin und da dann sinnvollerweise auch nicht alles unter meinem persönlichen Account twittern will/kann. Wie genau das funktionieren wird, werde ich wohl beim "Lernen im Vorwärtsgehen", wie es heute in einer Besprechung geheisst hat, rausfinden. Aber so wird mir sicher nicht fad ;-)

Buy Viagra online (nicht überprüft) - 14. Februar 2010 - 19:35
Viagra (nicht überprüft) - 14. Februar 2010 - 21:06
Ambien (nicht überprüft) - 15. Februar 2010 - 16:54
Buy Viagra (nicht überprüft) - 15. Februar 2010 - 18:26
Cheap Ambien (nicht überprüft) - 16. Februar 2010 - 17:58
Buy Ambien (nicht überprüft) - 17. Februar 2010 - 8:09
Buy Ambien (nicht überprüft) - 17. Februar 2010 - 16:45
Cheap Phentermine (nicht überprüft) - 18. Februar 2010 - 8:38
Buy Xanax (nicht überprüft) - 19. Februar 2010 - 0:05
Ambien (nicht überprüft) - 19. Februar 2010 - 14:37
Buy Cialis Online (nicht überprüft) - 20. Februar 2010 - 10:17
Ambien (nicht überprüft) - 21. Februar 2010 - 9:11
Buy Valium (nicht überprüft) - 24. Februar 2010 - 3:42
Viagra (nicht überprüft) - 25. Februar 2010 - 7:39
Buy Viagra (nicht überprüft) - 27. Februar 2010 - 7:00
Buy Cialis (nicht überprüft) - 28. Februar 2010 - 5:48
Valium (nicht überprüft) - 1. März 2010 - 10:55