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Titel gesucht!
Ich suche einen Titel für meine Diplomarbeit und freue mich grade über die vielen inspirierenden Rückmeldungen auf Facebook und Twitter. Hier nun ein Ausschnitt aus der abschließenden Zusammenfassung. Vielleicht mag das ja wer lesen und es hilft bei der Titelfindung. Sie ist fast fertig, es fehlen nur noch minimale Dinge und drum muss die Titelfrage nun endlich entschieden werden. Die abschließende Zusammenfassgung gehört aber wohl auch zu den Texten, wo ich noch ein bisserl was tun muss, merke ich grade ....
Im Zuge dieser Arbeit war ausgehend von einer Darstellung der wichtigsten kommunikationswissenschaftlichen Aspekte des Social Web Gelegenheit in die Lebenswelt der Digital Natives einzutauchen. Sie sind diejenigen, die nicht mehr „online gehen“, sondern fast beständig „online sind“, sie organisieren ihren Alltag im und mit Hilfe des Social Web, dass sich dadurch auszeichnet, dass sich die eindimensionalen „ein-Sender-viele-Empfänger“-Strukturen der traditionellen Massenmedien in Richtung Produsage und Dialog auf Augenhöhe weiterentwickelt haben. Das Beziehungs- Identitäts- und Informationsmanagement der Menschen findet zunehmend auch online statt, damit spiegeln sich zentrale Fragen des Menschseins in der Kommunikation im Social Web. Anhand des Vergleichs verschiedener Sinusstudien konnte gezeigt werden, dass Digital Natives einen postmodernen und multioptionalen Lebensstil pflegen. Sie sind Sinnsucher_innen, doch stösst die derzeitige Sozialgestalt der Kirche bei ihnen kaum auf Ressonanz. Ohne Social Web ist die Eröffnung eines positiven Kommunikationsraum der Kirche mit diesen Menschen kaum denkbar. Medien konstruieren Realität. Auch wenn mancherorts mit dem Social Web verbundene „Heilsversprechungen“ nicht zu begründen sind, ruft das Social Web tiefgreifende Fragen der Organisation des menschlichen Miteinanders und nach dem Sinn auf den Plan. Religion als das, was uns unbedingt angeht (Paul Tillich), ist im Social Web in aller Vielfalt und Widersprüchlichkeit, die heute in der Gesellschaft vorgefunden wird, Thema.
Das Social Web ist ein pastoral und theologisch bedeutsamer Ort, weil es ein Ort lebensbedeutsamer Kommunikation ist. Es wurden in dieser Arbeit relevante Elemente der Theologie des II. Vatikanisches Konzils und das Konzept der Pastoral der Passung skizziert und dabei gefragt, wie es gelingen kann, positive Kommunikationsräume mit Digital Natives zu eröffnen, wie Netzinkulturation Realität werden kann. Dieser Prozess ist in Ansätzen schon im Gange, das wird bei den vielen angesprochenen Beispielen deutlich. Dabei sind aber auch viele Ambivalenzen und offene Fragen deutlich geworden. Nicht zuletzt hängt es von der Lesart der Theologie des II. Vatikanischen Konzils ab wie mit Medien und näherhin dem Phänomen Social Web umgegangen wird. Medien- und Kirchenbild bedingen einander wechselseitig. Wer sich aktiv auf die usergenerierte Logik des Social Web einlässt findet in der Volk Gottes Theologie des II. Vatikanischen Konzil eine analoge theologische Entsprechung. Alle Menschen sind Subjekt und Objekt des Glaubens und der kirchlichen Kommunikation, Glaube ist etwas das immer wieder errungen werden muss.
Das vorgestellte Konzept der Pastoral der Passung eignet sich in hervorragender Weise für die Kommunikation mit Digital Natives, weil hier vorgeschlagen wird, sich in experimentieller Weise und lösungsorientiert auf die konkrete Lebenssituation von Menschen einzulassen und gemeinsame Lernschritte zu machen. Digital Natives könnten die Vielfalt der Gotteserfahrungen des Volk Gottes in hervorragender Weise bereichern. Diese grundsätzlichen pastoralen Überlegungen können in Form der Netzinkulturation konkreter gedacht werden, die das Produsage-Paradigma des Social Web stark macht. In wechselseitiger Inspiration von Digital Natives und christlicher Botschaft entsteht in kreativer Weise Neues.
Foto: Flickr CC by-nc-nd Scabeater
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