Feb
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Sag mir, wo die Frauen sind … (k)eine Antwort

fragezeichen

Gaby Filzmoser fragt in ihrem Blog, warum denn so offensichtlich weniger Frauen auf Barcamps sind. Ich finde die Frage total interessant und verfolge - sehr selektiv - auch mit, dass das Thema in der feministischen Szene in Deutschland intensiv diskutiert wird (wie auch das Phänomen, dass es bei der Piratenpartei ganz wenig Frauen gibt). Da gab es auch schon ein Frauenbarcamp.

Ich glaube, dass eine eindimensionale Erklärung des Phänomens zu kurz greifen würde. Es wirkt die Unterrepräsentation der Frauen in der Technik, es wirkt die noch immer vorhandene ungleiche Verteilung für die Verantwortung für die Kinder, ....

Beim aktiven Einbringen, was Gaby auch anspricht, bin ich mir nicht so sicher, ich glaube diese Sorge haben manche Männer genauso. Wer das Format aber mal kennt, ist zumeist begeistert und kommt wieder.

Vielleicht ich auch ein Faktor, dass Barcamps - ausser in einem gewissen Teilsegment - noch nicht so etabliert sind, dass das (auch) als Variante der Weiterbildung wahrgenommen wird. Ich weiss selber auch immer nicht, ob ich da jetzt hingehe wegen der Vernetzung, weil ich was aus meinem Arbeitsbereich erzählen und teilen will oder weil es meine Weiterbildung ist. Wenn ich mich nicht täusche, werden sind Frauen statistisch auch bei der Inanspruchnahmemöglichkeit beruflicher Weiterbildung nicht gerade vorne - auch wenn sie sich ansich viel mehr weiterbilden. Wenn das dann sowenig formal daher kommt, dann ist es vielleicht eine zusätzliche Hürde.

Sicher bin ich mir aber, dass aktive Massnahmen immer gut sind. Kinderbetreuung anbieten, vielleicht das Format besser erklären, damit es nicht nur die Insider_innen anspricht, im Vorfeld einfach auch persönlich drauf achten, Frauen gezielt davon zu begeistern, positive Vorbilder aktiv kommunizieren z.b. drüber bloggen ;-)

Schwierig, schwierig. Jetzt habe ich zwar viel geschrieben, aber eigentlich keine Antwort. Antje Schrupp würde vielleicht einfach sagen, dass es Frauen halt nicht freut, auf Barcamps zu gehen, weil sie etwas anderes lieber tun. Damit bin ich aber irgendwie auch nicht zufrieden und werfe die Frage darum auch hier in meinem Blog in die Runde. Jedenfalls könnte es uns hier in Österreich auch nicht schaden, dass Thema auf die Agenda zu setzen.

Foto Flickr CC by-sa alexanderdrachmann

Comments

Submitted by Stefan (not verified) on 11. March 2012 - 19:12.

Spannende Frage, denn diese habe ich bei der Tagung "Kirche und Web 2.0" auch disktutieren dürfen. Eine abschließende Antwort konnte leider nicht gefunden werden. Aber auffällig ist, dass auch beim Theme "Kirche und Web 2.0" nur wenige Frauen bereit sind sich zum einen ein totales Fachwissen anzueignen und dies zum anderen auch lautstark mitzuteilen, heißt ein gutes Standing sich aufzubauen und mitzumischen.

Submitted by andrea on 14. March 2012 - 17:11.

Ja, wobei bemerkenswert ist, dass das Phänomen offenbar nicht nur ein kirchliches ist, sondern eben überall auftritt, denn Gaby und ich waren da einfach am "normalen" Barcamp in Linz. Ich nehme aber schon wahr, dass es genug im Web aktive Frauen gibt - aber offenbar sind es andere Formen.

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