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Fleischfreitag - Anleihen am Christlichen

Das Land OÖ. macht eine neue Aktion. Mit Fleischfreitag wird dafür geworben, am Freitag kein Fleisch zu essen, sondern zu vegetarischen Alternativen zu greifen. Gasthäuser werden eingebunden, usergeneriert werden Rezepte gesammelt. Insgesamt eine gute Sache, um einen verantwortlichen Konsum zu fördern, denn bekannt ist, dass zuviel an Fleisch für die Umwelt und die Menschen schädlich ist. Das Thema wird sehr positiv und professionell kommuniziert.

Letzte Woche ist mir eine Broschüre dieser Aktion untergekommen und nun habe ich mich auf der Website umgesehen. Was ich da als Theologin bemerkenswert finde: Mit dem Freitag als fleischfreien Tag wird unmittelbar und offensichtlich Anleihe an einer christlichen Tradition genommen, aber es ist im Rahmen dieser Aktion kein Wort davon die Rede, warum es ausgerechnet der Freitag ist.

Ja, natürlich eignet der sich für das gelungene Wortspiel, aber ich glaube, das ist es nicht alleine. Hier wird in geschickter Weise Tradition und Neues verbunden und das gefällt mir.

Heutzutage wird das mit dem fleischfreien Freitag ja in der Katholischen Kirche als Empfehlung, aber überhaupt nicht mehr als unbedingte Vorschrift gehandhabt. Welche Formen des Verzichts jemand wählt am Freitag, ist jedem selbst überlassen und mein Eindruck ist, dass diese Freitags-Tradition schon lange nicht mehr Common-Sense ist. Gleichzeitig gibt es in den Kirchen eine intensive Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsthemen, mit der Bewahrung der Schöpfung, und durchaus auch damit, wo hier persönliche Beiträge liegen können.

Ich finde es interessant, wie hier säkularisierte Welt und eine fast schon verschwundene katholische Tradition zusammenkommen. Irgendwie hat das was Ambivalentes, aber ich glaube doch, dass hier mehr Chancen drinnen stecken als man_frau auf den ersten Blick meinen möchte.

Ich esse zwar sowieso nicht jeden Tag Fleisch (und wenn dann immer Bio, wenn es irgendwie geht), aber finde es für mich persönlich interessant, da über Rhythmen nachzudenken, wann ich was esse oder wann eben nicht.

Comments

Submitted by Dorothee (not verified) on 17. February 2012 - 14:30.

Anders als die Überschrift glauben macht, vermittelt es der Text: eine Anleihe ist der Fleischfreitag nicht, eher Teil unserer Patchwork-Kultur.
Das sind die Auswirkungen der Pop- und Jugendkultur, oder? Man übernimmt einfach, was trendy sein könnte. Da fehlt das Geschichtsbewußtsein. Vielleicht ist es auch zuviel Geschichte. Vielleicht ist es wie bei der Literaturmüdigkeit, weil man doch Goethe schon in der Schule hatte.
Die Folk-Szene Finnland hat vor 50 Jahren Wurzeln entdeckt, die ihnen bisher langweilig und verstaubt vorkamen und daraus entstand ein wichtiger Zweig der berühmten Sibeliusakademie, eine Perle der Musikkultur unserer Zeit. http://youtu.be/75ZWZQ-S-R0
Deshalb habe ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass beim Trendscouten auch mal was entdeckt wird, was dann mehr ist als "Dabeisein" (vielleicht Werte neu formulieren?).

Submitted by andrea on 17. February 2012 - 19:12.

Ich sehe auch diese Patchwork-Geschichten recht entspannt. Meiner Meinung nach sind das doch positive Momente, wenn da drin christliche Versatzstücke vorkommen. Wunderbare Kommunikationsgelegenheiten!
Für mich sind diese Patchworks mehr als Jugend- und Popkultur, eher überhaupt Ausdruck einer post- oder nachmodernen Zeit, in der wir leben. Vielleicht liese sich das auch mit dem Stichwort "Wiederkehr der Religionen" weiterspinnen ...

In diesem Fall glaube ich ja auch, dass die Wertorientierungen wirklich gut zusammenpassen. Die christliche Kultur des Fasten kehrt wieder bei einer ökologisch motivierten Initiative. Das das wertemässig zusammengeht, ist ja nicht immer so bei den Patchworks.

Submitted by devonbutler263 (not verified) on 11. July 2013 - 9:28.

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Submitted by Ashley Carlson (not verified) on 18. July 2013 - 7:35.

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