Politik

Jun
22

Allerherzlichste Gratulation zum Sendestart von Dorf TV

Im Dorf trifft man_frau sich. Das passt auch zum heutigen Abend, ich war auf der Eröffnung von Dorf TV, dem ersten usergenerierten Fernsehen in Oberösterreich und habe Massen, echt Massen, an Bekannten und Freund_innen getroffen. Es gab ja auch was zum Feiern: Nicht jeden Tag geht ein neuer Fernsehsender an den Start, noch dazu so einer - einer, wo jede_r selbst Fernsehen machen kann. Der Dank gilt den Initiator_innen, allen vor Gabi Kepplinger, Georg Ritter und Otto Tremetzberger, ohne deren Kompetenz, aber auch Penetranz am Thema dran zu bleiben, wir heute nichts zum Feiern gehabt hätten.

Jun
10

Der männliche Fußballgott tummelt sich wieder

[Erstveröffentlichung auf ThemaTisch]

Selbst ich, die da einen hohen Wahrnehmungsfilter "eingebaut" hat, kann an der Tatsache, dass die Männerfußball-WM ansteht nicht vorbei. Alle meine Medienkanäle, online wie offline, sind voll mit dem Thema. Manchmal nervt mich das, manchmal finde es ganz amüsant, weil ich somit Einblicke in eine mir fremde Welt bekomme. Und sowas macht dann doch neugierig, drum hier einige Beobachtungen:

Gott Fußball
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Als Theologin fällt mir natürlich auf, dass sich die Beiträge zu Kirche und Fußball und zur theologischen Relevanz von Fußball in dieser Zeit häufen. Vermutlich steht Fußball paradigmatisch für eine Populärkultur, die durchzogen ist von kulturellen Momenten der Religionen, an deren Mustern sie partizipiert. Ansgar Kreutzer* vertritt die These, dass sich im Fußballsport "die durch Zweckrationalität geprägte Gesellschaft" das "Scheitern ihres eigenen Machbarkeitsmythos" in mythisch-ritueller Form inszeniert. Da überrascht es dann nicht, dass die ganze Palette religiösen Vokabulares im Sprechen über Fußball vorkommt. Allerdings wäre es verfehlt deswegen und wegen religiöser Verhaltensformen am Fußballplatz Religion und Fußball 1:1 zu identifizieren. Beim Fußball ist es nie klar, wer gewinnt. Beim Fußball wird eine "Sensibilität für das Unverfügbare" sichtbar, dass nur Religion und Theologie kultivieren können. Mit dieser Wahrnehmung kann ich mich auch als eine, die noch nie am Fußballplatz war, identifizieren.

Männerfußball

Es ist schon bemerkenswert, dass alle von der "Fußball-WM" sprechen und damit die Männerfußballweltmeisterschaft meinen als ob Frauen gar nicht Fußball spielen würden. Darin wird meines Erachtens besonders deutlich wie sehr die gesellschaftliche Wahrnehmung noch immer geprägt ist von der Wahrnehmung des Männliches als das Normale, die Regel und dem Weibliches als die Ausnahme, dem Sonderfall. Dazu sei im Kontext des oben zum Gott Fußball gesagten die unlängst leider verstorbene feministische Theologin Mary Daly mit ihrem bekanntesten, aber immer wieder bedenkenswerten Satz zitiert: "Wenn Gott männlich ist, ist das Männliche Gott".**

May
16

Da habe ich was verpasst am 1. Mai in Linz

Da habe ich was verpasst am 1. Mai in Linz

May
8

"Sie sind zu feige, sich mit den Wirtschaftsmächtigen anzulegen"

Reden kann sie, die Frau Wagenknecht - und recht hat sie auch. Denn: Die Grenze verläuft nicht zwischen Österreich bzw. Deutschland und Griechenland, sondern zwischen Unten und Oben.

Ich würde mir in Östereich auch so eine politische Kraft wünschen wie sie manche Teile der Linken in Deutschland darstellen. Naja, vielleicht in der Steiermark ...

Apr
24

Cleanternet

Hier gibts nur das supertolle Video Cleanternet, damit es ja niemand übersieht; auf ThemaTisch habe ich mehr dazu geschrieben.

Apr
21

"Wir sind Arbeiter, wir wählen SPÖ. Die da drinnen am Marktplatz, das sind die Besseren, die wählen ÖVP"

Gerade läuft der Club2 im ORF zum Thema Kreisky. Die Pensionistenrunde mit Dame ist nicht besonders spannend. Und doch, Kreisky hat eine Epoche geprägt. Meine Kinderheitserinnerung (ich bin 1971 geboren) sind stark davon geprägt. Er war einfach eine positive Identifikationsfigur. Ich komme aus einer typischen Arbeiter_innenfamilie, meine Eltern haben beide nur 8 Klassen Volksschule absolviert und mir immer gesagt "Dirndl, lern was, damit es Dir mal besser geht".

Die 1970er waren gekennzeichnet vom sozialen Aufstieg, Zugang zur Bildung für alle, es ist uns immer besser gegangen: Zuerst das Telefon, dann der Farbfernseher, einfach mehr Möglichkeiten, die Hoffnung auf Gerechtigkeit, gutes Leben für alle. Und Kreisky hat Johanna Dohnal zumindest nicht verhindert!

Die politischen Verhältnisse waren klar: "Wir sind Arbeiter, wir wählen SPÖ. Die da drinnen am Marktplatz, das sind die Besseren, die wählen ÖVP". Und ich war ganz besonders stolz für Papa oder Mama dann auch SPÖ in der Wahlzelle ankreuzeln zu dürfen. An eine Wahlkundgebung am Marktplatz in Altheim kann ich mich auch noch erinnern, ich habe kaum was gesehen, weil ich noch so klein war, aber: Begeisterung, Hoffnung, Zukunftschancen!