Politik

Sep
28

Das Netzwerk

Sehenswert! Gerade via Thomas Knapp auf Facebook entdeckt.

Aug
28

Create your world!?

Otelo organisiert im Rahmen der Ars Electronica ein Barcamp und lädt zur Blogparade. Das Thema des ganzen Events ist Create your World, es ist die Jugendschiene der Ars.

Als Theologin ist dieser Slogan "Create your World" einer, der mich aufmerken lässt. Wirklich? Kreiieren wir die Welt - oder ist diese Welt nicht vielmehr von Gott geschaffen* und ein Geschenk an uns Menschen? Ich denke dann aber gleich an Dorothee Sölle und ihre Rede von den Mit-Schöpfer_innen, die wir Menschen sind und werde gleich versöhnter. Gott hat uns die Welt nicht gegeben, um passiv zu sein, sondern um sie zu gestalten. Und wie wir das tun, ist überhaupt nicht wurscht, sondern das das alles hat etwas mit dem guten Leben für alle Menschen zu tun. Sobald ist daran glaube, dass diese Welt von Gott geschaffen ist, lebe ich anders. Vor allem heisst dann gutes Leben nicht Machbarkeit um jeden Preis, nicht immer noch mehr und mehr, sondern auch mal Innehalten und nachdenken, was da eigentlich passiert und wohin das führt. Und das was wirklich wichtig ist, ist nicht selbstgeschaffen, sondern ein Geschenk. Gnade nennt sich das in theologischer Sprache, die heutzutage furchtbar antiquiert klingt und in so einem Blog wie meinem nur in sanften Dosen verwendbar ist ;-)

In der Blogparade wird gefragt, ob Bloggen und Barcamps die Welt verändern können. Ja, klar. Welche Frage! Interaktive Kommunikation im Internet verändert und Barcamps sind genau aus dieser Kultur des Miteinanders entstanden. Man_frau muss gar nicht nach Ägypten oder China schauen, um zu erkennen, dass der offene Zugang zu Medien Demokratie und Partizipation fördert. Ein Blick aufs Ganze, die Frage nach dem Woher und Wohin, an die uns schon das Wort "Gott" erinnert, ist da durchaus gut, denn das verhindert, dass wir in aller Euphorie all zuviel an Heilserwartung mit dem Internet verbinden und eng im Blickwinkel werden. Create your World gibt es auch ohne Internet ;-)

Aug
23

‎"Großbrittanien hat 15 Jahre Vorsprung im Abbau des Sozialstaats"

Schon über Twitter, Facebook und Google+ weiterverbreitet, aber bloggen muss ich dieses Video auch noch. Andrej Holm analysiert die Riots in Großbrittanien. Ich finde, sehr treffend.

Aug
2

Zwei Seiten einer Medaille

Am 6. bzw. 9. August jähren sich die Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima bzw. Nagasaki wieder. 300.000 Menschen sind damals unmittelbar ums Leben gekommen, wie viele es in Folge der radioaktiven Verstrahlung waren und sind, ist nicht ganz genau bekannt. Vermutlich noch einmal soviele.

Das ausgerechnet in diesem Land, das durch diese Atombomben-Abwürfe so schwer getroffen wurde, heuer ein Atomkraftwerk so beschädigt wurde, dass die Folgen dieses Unfalls noch immer völlig unabsehbar sind, ist traurig und bedenkenswert. Offenbar hat es die japanische Atom-Lobby geschafft, die "friedliche" Nutzung von Atomenergie als komplett etwas anderes darzustellen als den militärischen Einsatz dieser Technologie. Tatsache ist allerdings, dass die Zusammenhänge realistisch betrachtet unübersehbar sind - die zwei Seiten einer Medaille.

Jul
30

"Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordert"

Ziegler

Unique Content ist es nicht, denn erfreulicherweise verbreitet sich die nicht gehaltene Rede von Jean Ziegler derzeit sehr gut im Netz. Aber doch: Sharing ist Caring.

Jul
26

Erwin Pröll unzensuriert

Ich kenne das Video schon länger, aber es sollten eigentlich alle kennen. Es hat Seltenheitswert, dass Politiker_innen so ehrlich sagen, was sie wirklich denken.

Jul
25

Ein "christlicher Fundamentalist"?

Anders B., der mutmaßliche Urheber der grausamen Attentate in Norwegen wird in den Medien immer wieder als "christlicher Fundamentalist" bezeichnet. Seine wirren Gedanken weisen offenbar nicht nur in die Richtung des Rechtsextremismus, sondern enthalten eben auch Spuren des Christlichen - oder was er da auch immer darunter versteht. Die Aussage, Anders B., sei "christlich-fundamentalistisch" orientiert, stammt von der norwegischen Polizei.

Zu Recht gibt es Empörung auf Twitter, wenn der ORF Niederösterreich nun diese Bezeichnung verbieten lassen will. So eine Direktive ist wohl mit einem guten Stück Verleugnung der Realität verbunden. Es gibt sie, diese Leute, die die christliche Botschaft so derartig missverstehen, dass sie Fremdenhass, nationalsozialistisches Gedankengut und in letzter Konsequenz einen unglaublichen Gewaltausbruch gegen Kinder und Jugendliche damit verbinden. Ich erinnere nur an die Holocaust-Leugnung des Piusbruders Richard Williamson und letztlich kommt der Auftritt von HC Strache mit einem Kreuz auch aus dieser Ecke. Aber keine Frage, da liegen trotzdem noch Welten zwischen den drei genannten Personen.

Und doch: Ich verstehe das Unbehagen von Christ_innen, wenn sie mit jemand wie Anders B. irgendwie in einen Topf geworfen werden. Ich habe das selbst. Zwar wird korrekterweise von "fundamentalistisch-christlich" gesprochen und nicht nur von "christlich", aber trotzdem: Die Pauschalverurteilung alles Christlichen schwingt da mit und mich wundert nicht, dass im Standard-Forum auch schon wieder die Kreuzzüge herhalten müssen. Es ist eine Pervertierung des Christlichen, die da passiert (und bei den Kreuzzügen passiert ist): Jesus war derjenige, der ermordet wurde und nicht umgekehrt. Christ_innen sind parteilich für die Opfer und arbeiten für eine Welt, in der es keine Opfer mehr gibt. Wenn ich sage, "Ich glaube an Gott" kann ich nicht weiterleben, also ob das nichts für mein Leben in dieser Welt bedeuten würde. Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als die Würde jedes Menschen.

Und doch: Es gibt sie, diese Fundamentalist_innen, die sich Versatzstücke des Christlichen nehmen, missverstehen und umdeuten. Die traurige Spitze des Eisberges ist in Norwegen sichtbar geworden, eine Aussage, die wohl auch für den Rechtsextremismus in Europa gelten muss. Die Geschichte des Christentums ist wohl auch nicht unschuldig an der Ambivalenz des Themas. Damit das künftig vielleicht irgendwann nicht mehr so ist, wünsche ich mir, dass sich Christ_innen, die Kirchen, die beeindruckenden Worte des norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg beim Trauergottesdienst in Oslo auch für sich selbst zu Herzen nehmen:

Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.

Jul
21

Unendliche Weiten ...

Mit zwölf wollte ich Weltraumforscherin werden. Da ist nichts draus geworden, aber noch heute übt der Weltraum eine riesen Phaszination auf mich aus, auch wenn ich mich damit nicht wirklich bschäftige. Heute ist das letzte Space Shuttle gelandet. Ein bißchen Wehmut stellt sich ein, wie wird es weitergehen? Und doch auch eine Frage: Wenn es die Menschheit nicht mal schafft, dass niemand mehr an Hunger sterben muss, warum fliegen "wir" dann in den Weltraum?

Jul
18

Bildung für die Zukunft

Das Video ist schon älter, doch heute bin ich wieder mal drübergestolpert und finde echt, alle, die irgendwas mit Bildung zu tun haben, sollten sich diese 11:40 Minuten unbedingt ansehen.

Jul
16

Was wäre wenn ...

richtung... ein deutscher, rechtskonservativer Ex-Politiker heute beerdigt wird - und niemand geht hin außer der enge Familienkreis und enge Freund_innen?

... die ganzen Wichtigen in der Katholischen Kirche heute nicht dort wären, sondern ihre Zeit zum Beispiel in einem Obdachlosenheim verbringen würden?

... nicht nur die Kollektensammlung für die Opfer der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika verwendet würde, sondern das ganze Geld, das dieser Trubel dem österreichischen Staat kostet?