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Landesausstellung "Renaissance und Reformation" ohne Bezug zum Heute

[Erstveröffentlichung auf Thematisch.at]

Am Samstag war ich mit FreundInnen in der OÖ. Landesausstellung zum Thema "Renaissance und Reformation" im Schloss Parz in Grieskirchen. Wir haben eine Führung gehabt und uns auch sonst noch umgeschaut, nebenan gibt es einen richtig netten Bioladen mit Produkten aus der Region und die Möglichkeit E-Bikes zu probieren. Ein echt netter Ausflug an einem verregneten Nachmittag.

4870772529_8bbe8f8c65_mInhaltlich war ich aber enttäuscht, das Ausstellungskonzept ist schon etwas bieder, ausser für Kinder gibt es kaum Interaktionsmöglichkeiten. Wenn ich es nicht schon vorher gewusst hätte, wüsste ich nach dem Besuch der Landesausstellung nicht, was KatholikInnen und ProtestantInnen bis heute unterscheidet. Wir haben über die Erfindungen und Entdeckungen der beginnenden Neuzeit gehört, über das sich wandelnde Menschenbild des Humanismus und der Renaissance, doch wurde sehr reduktionistisch der Ablasshandel als Ursache der Reformation dargestellt. "Sola scriptura, sola gratia, sola fidei" wurde genannt, aber nicht wirklich erklärt, schon gar nicht im Kontext der Unterschiede der Konfessionen. Und selbst beim Thema der Glaubenskriege und der Verfolgung Andersgläubiger blieben die Informationen ziemlich an der Oberfläche und Joseph II. ist ja auch nicht vom Himmel gefallen ;-) Mag sein, dass BesucherInnen, die gar keine Ahnung vom Thema haben, da etwas Neues erfahren ...