Medien

Sep
7

Frequenzrauschen aus der Vergangenheit

Vor einiger Zeit habe mit drei anderen Frauen - Claudia Dworschak, Gabi Kepplinger und Andrea Reisinger - tief in unseren Erinnerungen gegraben und einiges über die Zeit der Anfänge des Freien Radios und Radio FRO 105.0 zu Tage befördert. Es geht um die Zeit irgendwann zwischen 1995 und 1997.

Manuela Mittermayer hat daraus eine tolle Sendung gemacht. Ich freue mich schon auf die weiteren Folgen dieser Reihe von SpaceFemFM.

Dec
5

Geschenkpapier bügeln und so

Manche haben sich schon mitgekriegt, dass ich mit dabei bin im Team für den Webmontag der Social Media Guides. Drüber hier zu bloggen habe ich - welche Schande - noch nie geschafft. Aber da ja am 22. Dezember der Weltuntergang naht ;-) ist das was, was ich unbedingt noch erledigen muss!

Falls mich wer beim Bügeln von Weihnachtspapier sehen will, die_der klickt unten auf "play". Es ist aber durchaus auch um ernsthaftere Themen wie ACTA und Adventbräuche gegangen bei diesem partizipativen Event der Netzcommunity, dass via DORF TV und Livestream gesendet wurde. Wie das Bügeln eines Adventkalenders funktioniert, haben wir aber nicht ausprobiert.

Nov
6

DORF TV ins Kabelfernsehen

dorfGestern hatte ich das Vergnügen erstmals Kamerafrau im Live-Fernsehen zu sein. Nach dem nachmittäglichem Workshop mit Ufuk von DORF-TV ging es dann gleich am Abend beim Webmontag ans Werk. I love it! Gerne wieder und ich mag da auch noch mehr lernen.
Den Webmontag der Social Media Guides, diesmal zum Thema Online-Aktivismus, gibts unten zum Nachschauen. Ausgestrahlt wurde via DVB-TV und als Internet-Livestream. Bei DORF TV läuft derzeit eine Petition, dass das Community-TV endlich auch über die Liwest, den marktdominanten Kabelbetreiber in Oberösterreich, empfangbar sein sollte. Unterschreibt doch bitte da mal! Wegen der Meinungsvielfalt in den Medien wärs.

Jun
7

Sozialwort 2.0. Alle nur noch IchAG? Soziale Bewegungen und das Internet

Am 1. Juni gab es im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen eine Live-Sendung bei DORF-TV, die ich moderiert habe. Thema war soziale Gerechtigkeit und das Internet. Mehr dazu gibt es unter http://kirche20.at/sozialwort nachzulesen.

Nov
22

Hinweis auf die Blogparade zur Relevanz freier Initiativen für die Gesellschaft

Daniel Friesenecker hat in seinem Blog The Angry Teddy gestern spontan eine Blogparade gestartet. Thema ist: Was würde der Gesellschaft ohne freie Initiativen fehlen?

Ich werde dazu eh was schreiben, aber in aller Ruhe. Hier jetzt einfach nur der Hinweis mit der Bitte um rege Beteiligung. Falls wer gerne was schreiben würde, sich aber mit Blogs und so noch nicht auskennt, kann er/sie sich gerne auch bei mir melden. Ist alles nicht wirklich kompliziert, das wird sich finden.

Sep
18

Regendering Media (Video)

Am Mittwoch habe ich über Regendering Media mitdiskutiert (Ankündigungsblogeintrag). Bei DORF TV gibt es nun auch die Aufzeichnung der Live-Sendung, nun auch hier. Einig waren wir uns alle, dass das Internet auch nicht soviel anders ist als der Rest der Gesellschaft, wenn es um Geschlechterstereotype und Rassismus geht. Doch es ist gestaltbar! Einige spannende Beispiele dafür kommen in der Diskussion vor.

Sep
13

"Diese Zeiten liegen hinter uns, wo Dinge einfach ausgeblendet werden, nur weil sie uns nicht gefallen"

Ich möchte nur kurz auf diesen wunderbaren Blogeintrag von Philaeus, der sich selbst als Atheist bezeichnet, hinweisen. Auch wenn ich nicht alles 100%ig genau so sehe, ist es wirklich eine Freude so eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Religion im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu lesen. Da gehts lang: Re: "Religion und ORF" - Der kleine Unterschied zwischen Religionsfeindlichkeit und sachlicher Kritik

Aug
28

Create your world!?

Otelo organisiert im Rahmen der Ars Electronica ein Barcamp und lädt zur Blogparade. Das Thema des ganzen Events ist Create your World, es ist die Jugendschiene der Ars.

Als Theologin ist dieser Slogan "Create your World" einer, der mich aufmerken lässt. Wirklich? Kreiieren wir die Welt - oder ist diese Welt nicht vielmehr von Gott geschaffen* und ein Geschenk an uns Menschen? Ich denke dann aber gleich an Dorothee Sölle und ihre Rede von den Mit-Schöpfer_innen, die wir Menschen sind und werde gleich versöhnter. Gott hat uns die Welt nicht gegeben, um passiv zu sein, sondern um sie zu gestalten. Und wie wir das tun, ist überhaupt nicht wurscht, sondern das das alles hat etwas mit dem guten Leben für alle Menschen zu tun. Sobald ist daran glaube, dass diese Welt von Gott geschaffen ist, lebe ich anders. Vor allem heisst dann gutes Leben nicht Machbarkeit um jeden Preis, nicht immer noch mehr und mehr, sondern auch mal Innehalten und nachdenken, was da eigentlich passiert und wohin das führt. Und das was wirklich wichtig ist, ist nicht selbstgeschaffen, sondern ein Geschenk. Gnade nennt sich das in theologischer Sprache, die heutzutage furchtbar antiquiert klingt und in so einem Blog wie meinem nur in sanften Dosen verwendbar ist ;-)

In der Blogparade wird gefragt, ob Bloggen und Barcamps die Welt verändern können. Ja, klar. Welche Frage! Interaktive Kommunikation im Internet verändert und Barcamps sind genau aus dieser Kultur des Miteinanders entstanden. Man_frau muss gar nicht nach Ägypten oder China schauen, um zu erkennen, dass der offene Zugang zu Medien Demokratie und Partizipation fördert. Ein Blick aufs Ganze, die Frage nach dem Woher und Wohin, an die uns schon das Wort "Gott" erinnert, ist da durchaus gut, denn das verhindert, dass wir in aller Euphorie all zuviel an Heilserwartung mit dem Internet verbinden und eng im Blickwinkel werden. Create your World gibt es auch ohne Internet ;-)

Jul
25

Ein "christlicher Fundamentalist"?

Anders B., der mutmaßliche Urheber der grausamen Attentate in Norwegen wird in den Medien immer wieder als "christlicher Fundamentalist" bezeichnet. Seine wirren Gedanken weisen offenbar nicht nur in die Richtung des Rechtsextremismus, sondern enthalten eben auch Spuren des Christlichen - oder was er da auch immer darunter versteht. Die Aussage, Anders B., sei "christlich-fundamentalistisch" orientiert, stammt von der norwegischen Polizei.

Zu Recht gibt es Empörung auf Twitter, wenn der ORF Niederösterreich nun diese Bezeichnung verbieten lassen will. So eine Direktive ist wohl mit einem guten Stück Verleugnung der Realität verbunden. Es gibt sie, diese Leute, die die christliche Botschaft so derartig missverstehen, dass sie Fremdenhass, nationalsozialistisches Gedankengut und in letzter Konsequenz einen unglaublichen Gewaltausbruch gegen Kinder und Jugendliche damit verbinden. Ich erinnere nur an die Holocaust-Leugnung des Piusbruders Richard Williamson und letztlich kommt der Auftritt von HC Strache mit einem Kreuz auch aus dieser Ecke. Aber keine Frage, da liegen trotzdem noch Welten zwischen den drei genannten Personen.

Und doch: Ich verstehe das Unbehagen von Christ_innen, wenn sie mit jemand wie Anders B. irgendwie in einen Topf geworfen werden. Ich habe das selbst. Zwar wird korrekterweise von "fundamentalistisch-christlich" gesprochen und nicht nur von "christlich", aber trotzdem: Die Pauschalverurteilung alles Christlichen schwingt da mit und mich wundert nicht, dass im Standard-Forum auch schon wieder die Kreuzzüge herhalten müssen. Es ist eine Pervertierung des Christlichen, die da passiert (und bei den Kreuzzügen passiert ist): Jesus war derjenige, der ermordet wurde und nicht umgekehrt. Christ_innen sind parteilich für die Opfer und arbeiten für eine Welt, in der es keine Opfer mehr gibt. Wenn ich sage, "Ich glaube an Gott" kann ich nicht weiterleben, also ob das nichts für mein Leben in dieser Welt bedeuten würde. Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als die Würde jedes Menschen.

Und doch: Es gibt sie, diese Fundamentalist_innen, die sich Versatzstücke des Christlichen nehmen, missverstehen und umdeuten. Die traurige Spitze des Eisberges ist in Norwegen sichtbar geworden, eine Aussage, die wohl auch für den Rechtsextremismus in Europa gelten muss. Die Geschichte des Christentums ist wohl auch nicht unschuldig an der Ambivalenz des Themas. Damit das künftig vielleicht irgendwann nicht mehr so ist, wünsche ich mir, dass sich Christ_innen, die Kirchen, die beeindruckenden Worte des norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg beim Trauergottesdienst in Oslo auch für sich selbst zu Herzen nehmen:

Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.

Jul
9

Papier hat keine Freundinnen

Heute hatte ich das Vergnügen für die Radio FRO Lehrredaktion einen Workshop Social Media zu gestalten. Das Doku-Blog dazu heisst Papier hat keine Freundinnen. Neben allerlei Praktischen rund um Social Media hatten wir auch Gelegenheit, zu diskutieren, wie sich das Verhältnis Freie Medien und user-generiertes Internet so gestaltet und gestalten wird. Ich habe mich in der Vorbereitung dazu "rough and dirty" in einigen Thesen versucht, die ich hier gerne nochmal zu Diskussion stellen möchte.

Freie Medien und Journalismus 2.0 - einige Thesen zur Debatte: 

  • Cross-Media-Publishing ist State of the Art.
  • Freie Radio Macher_innen waren sowieso schon immer darauf verwiesen, sich für die eigene Sendung eine Community aufzubauen. Warum das nicht im Internet weiterentwickeln?
  • Das user-generierte Internet ist jedenfalls eine Freundin des Freien Radios. Ob es eine Freundin des kommerziellen Radios ist, wird sich zeigen. Wird in 10 oder 20 Jahren überhaupt noch jemand vom Radio sprechen?
  • Tradierte Geschäftsmodelle der Mainstream-Medien geraten durch das user-generierte Internet und das Abwandern der Werbewirtschaft auf Plattformen wie Facebook oder Google unter Druck.
  • Freie Medien haben große Chancen, weil sie sowieso ein "alternatives Geschäftsmodell" haben, dass 1:1 mit dem user-generierten Internet zusammen passt. Crowdsourcing machen Freie Medien sowieso schon immer, Strukturen für das Crowdfunding müssen weiterentwickelt werden.
  • "Alternativer" Content wird wichtiger, weil das Internet mehr Nischen zulässt. "User-generiert" ist nicht gleich "alternativ". Cat-Content gibt es haufenweise. "Alternativ" ist vielleicht das, was in der Charta der Freien Radios steht.
  • Guten Journalist_innen mit Ambitionen kann das user-generierte Internet dabei helfen, eine Online-Reputation aufzubauen, die sich (vielleicht!) auch in künftige Jobs umsetzen lässt. Diese Jobs werden aber völlig anders aussehen als im 20. Jahrhundert.

Was meinst Du dazu?