Kunst

Aug
28

Create your world!?

Otelo organisiert im Rahmen der Ars Electronica ein Barcamp und lädt zur Blogparade. Das Thema des ganzen Events ist Create your World, es ist die Jugendschiene der Ars.

Als Theologin ist dieser Slogan "Create your World" einer, der mich aufmerken lässt. Wirklich? Kreiieren wir die Welt - oder ist diese Welt nicht vielmehr von Gott geschaffen* und ein Geschenk an uns Menschen? Ich denke dann aber gleich an Dorothee Sölle und ihre Rede von den Mit-Schöpfer_innen, die wir Menschen sind und werde gleich versöhnter. Gott hat uns die Welt nicht gegeben, um passiv zu sein, sondern um sie zu gestalten. Und wie wir das tun, ist überhaupt nicht wurscht, sondern das das alles hat etwas mit dem guten Leben für alle Menschen zu tun. Sobald ist daran glaube, dass diese Welt von Gott geschaffen ist, lebe ich anders. Vor allem heisst dann gutes Leben nicht Machbarkeit um jeden Preis, nicht immer noch mehr und mehr, sondern auch mal Innehalten und nachdenken, was da eigentlich passiert und wohin das führt. Und das was wirklich wichtig ist, ist nicht selbstgeschaffen, sondern ein Geschenk. Gnade nennt sich das in theologischer Sprache, die heutzutage furchtbar antiquiert klingt und in so einem Blog wie meinem nur in sanften Dosen verwendbar ist ;-)

In der Blogparade wird gefragt, ob Bloggen und Barcamps die Welt verändern können. Ja, klar. Welche Frage! Interaktive Kommunikation im Internet verändert und Barcamps sind genau aus dieser Kultur des Miteinanders entstanden. Man_frau muss gar nicht nach Ägypten oder China schauen, um zu erkennen, dass der offene Zugang zu Medien Demokratie und Partizipation fördert. Ein Blick aufs Ganze, die Frage nach dem Woher und Wohin, an die uns schon das Wort "Gott" erinnert, ist da durchaus gut, denn das verhindert, dass wir in aller Euphorie all zuviel an Heilserwartung mit dem Internet verbinden und eng im Blickwinkel werden. Create your World gibt es auch ohne Internet ;-)

Jul
28

So nicht! Kultur-Förderskandal in Oberösterreich

Vergleichsweise mit anderen Bundesländern hat es bisher in Oberösterreich recht gut ausgeschaut mit Kulturförderung. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Nicht nur, dass generell die finanziellen Spielräume für Zeitkultur enger werden, nein offenbar werden auch die Kriterien enger. Oder auch willkürlicher. Der Anlassfall für diese Analyse:

Der KUPF-Innovationstopf, österreichweit ein Modellprojekt für transparente Fördermittelvergabe, initiert vom Dachverband der OÖ. Kulturinitiativen, wird nun in seiner Funktionsweise in Frage gestellt:

Im Rahmen des 15. Innovationstopf der KUPF - Kulturplattform OÖ wurden erstmals zwei Projekte nicht gefördert. Zwei Projekte die von einer unabhängigen ExpertInnenjury zur Förderung empfohlen wurden. Zwei Projekte welche die Stadtwache (jetzt Ordnungsdienst) der Stadt Linz zum Thema haben.

Die Landeskulturdirektion stellt plötzlich und in der Argumentation recht dubios jurierte Projekte in Frage, argumentiert wird, dass das die Projekte keinen künstlerisch-kulturellen Inhalt hätten. Die FPÖ hat sich, faktisch zeitgleich mit den Rückzieher des Landes, aufgeregt, dass hier Projekte gefördert werden, die sich kritisch mit der Stadtwache, jetzt euphemistisch Ordnungsdienst genannt, in Linz beschäften. Naja, kann ja Zufall sein ;-) Und was ist das für ein Kunstbegriff?

Die Sache ist jedenfalls für die Projektbetreiber_innen ein grosses Problem und man_frau fragt sich natürlich wohin sowas führen wird. Darum bleibt die KUPF auch nicht untätig und hat eine Petition in Netz gestellt, die ich natürlich schon unterschrieben habe und wo ich nun euch, liebe Blogleser_innen, hiermit auffordere es mir gleich zu tun. Auf der Seite sind auch detailierte Informationen zur Causa nachzulesen.

Jul
3

An den Schwankenden

Immer wieder bin ich phasziniert, welche zeitlose Bedeutung Bert Brecht hat.

Apr
18

Neubarbeitung kultureller Codes: Und wo sind sie, die Frauen?

Ich finde es immer wieder spannend, wie sehr die kulturellen Codes des Christentums Eingang in die digitale Kultur finden. Zu solch einem Code ist "Das Abendmahl" von Leonardo da Vinci geworden, ich denke es prägt mehr als alle anderen Bilder unsere Vorstellung davon, wie das war als Jesus mit seinen Freund_innen zusammen das letzte Mal getrunken und gegessen hat. Falls ich mich recht entsinne, ist es auch bei "Sakrileg" Ausgangspunkt von allerlei Spekulationen.