Feminismus

May
9

Der Tag der Mütterideologie

Am Sonntag ist wieder Muttertag. Für mich ein ganz ambivalenter Tag. Ich habe selbst keine Kinder, also nur Bezug zu diesem Tag, dass ich jedenfalls meine Mutter anrufe, wenn es irgendwie geht, treffe und sie auch ein kleines Geschenk bekommt. Wenn es passt, wird sie von mir bekocht - das aber sowieso öfter im Jahr, dafür braucht es keinen Anlass, genausowenig wie bei vielen anderen Alltäglichkeiten und auch Nicht-Alltäglichkeiten in unserer Beziehung. 

Irgendwie geht es bei den unterschiedlichen Zugängen zum Muttertag, darum, ob es wirklich diesen Anlass braucht, danke zu sagen. Da meine ich, wie auch Sonja Riha in der Linzer Kirchenzeitung, dass der Tag zum Alibi verkommt, wenn da sonst nichts ist an Aufmerksamkeit. Aber genauso wie beim Valentinstag lassen sich da schon auch positive Anknüpfungen finden, vielleicht braucht es auch solche Tage, um gerade dann, wenn Mutter und Tochter wie in meinem Fall 100 km voneinander entfernt leben, die Beziehung wieder mal zu pflegen. Neue, reflektierte Formen wären aber dazu nötig, denn wie Wilma Steinbacher im gleichen Beitrag in der Linzer Kirchenzeitung anmerkt, verkommt der Muttertag immer mehr zum "Fest des Profits".

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[von ThemaTisch]

Apr
18

Neubarbeitung kultureller Codes: Und wo sind sie, die Frauen?

Ich finde es immer wieder spannend, wie sehr die kulturellen Codes des Christentums Eingang in die digitale Kultur finden. Zu solch einem Code ist "Das Abendmahl" von Leonardo da Vinci geworden, ich denke es prägt mehr als alle anderen Bilder unsere Vorstellung davon, wie das war als Jesus mit seinen Freund_innen zusammen das letzte Mal getrunken und gegessen hat. Falls ich mich recht entsinne, ist es auch bei "Sakrileg" Ausgangspunkt von allerlei Spekulationen.

Apr
8

„GleichGültig“ - ad. wissenschaftliches Schaffen von Frauen in den Bereichen Philosophie, Theologie und Kunstwissenschaft

Mit Freude habe ich festgestellt, dass sich an meiner Uni, der Katholisch-Theologischen Privatuniversität, etwas tut in Sachen Auseinandersetzung mit der Rolle von Frauen in der Wissenschaft. Nur mein Realismus über meine vorhandenen Energien hat mich davon abgehalten, mich daran zu beteiligen. Leider. Nichts desto trotz möchte ich zumindest auf diese nun stattfindende Veranstaltung „GleichGültig“ - ad. wissenschaftliches Schaffen von Frauen in den Bereichen Philosophie, Theologie und Kunstwissenschaft am 14. April um 20.00 Uhr hinweisen (Details als PDF). Ich bin mir sicher, dass das spannend, erhellend und nett wird. Auf das Einleitungsreferat von Aileen Derieg freue ich mich sehr. Besonders interessant finde ich, dass hier Studienkolleg_innen selbst über Philosophinnen sprechen werden und nicht sofort nur auf "Expert_innen" zurückgegriffen wurde. Das ist eine ermutigende Strategie! Nett war auch der Besuch der Projektinitiator_innen bei der Radio-Sendung von FIFTITU% 52radiominuten.

Mar
31

Das Spielerische im Web 2.0

Klick, Tipp, Klick, Copy-Paste, Klick, Klick – und schon ist es passiert: Ein kommentierter Link ist auf Facebook als Statusmeldung gepostet. Die Finger auf der Tastatur und am Trackpad bewegen sich schnell, selbst mancher Tippfehler kann den Drang zur Mitteilung an Andere kaum bremsen – denn Tippfehler, Flapsigkeiten, oft Belanglosigkeiten, die in seriösen Texten nichts zu suchen haben, gehören einfach dazu, tragen zur Authentizität bei. Sie gehören zum Web 2.0 dazu, dem Social Web, dem Internet, dass nun nicht mehr von einigen wenigen mit Inhalt versorgt wird, sondern für (fast) alle als Inhalte-Produzent_innen zugänglich ist - am Computer und immer mehr am Handy. Nicht mehr der passive Medienkonsum, sondern die aktive Teilnahme prägen das Web 2.0. Das Internet hat sich vom „Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat“ (frei nach Berthold Brecht) verwandelt.