Asyl

Feb
10

Gastfreundschaft beim #refugeecamp

Gestern war ich gemeinsam mit Freund_innen in Wien in der Votivkirche, um die Refugees zu besuchen, aber auch um mir endlich in der Sache eine Meinung vor Ort zu bilden. Organisiert haben wir das über PANGEA, waren zu viert und haben es erfreulicherweise auch geschafft, einen über Spenden finanzierten Laptop mit Internetzugang mitbringen zu können. Danke an alle, die sich daran ganz spontan beteiligt haben! Der Laptop ist gut angekommen und nach einem Anruf heute weiss ich, dass er schon im Einsatz ist.

CC BY-NC-SA 2.0 DD4RC http://www.flickr.com/photos/ghmss/CC BY-NC-SA 2.0 DD4RC

Jan
26

Politisches Nachtgebet in Solidarität mit dem #refugeecamp

Am Montag, 28. Jänner 2013, gibt es um 18.00 Uhr ein politisches Nachtgebet. In Linz findest dieses in der Ursulinenkirche statt, es gibt aber auch Gebete der Solidarität in Wien und Graz. Damit ja niemand sagt, er_sie habe es nicht gewusst, steht es hier nochmal.

>> Infos zum Politischen Nachtgebet

>> Refugeecamp-Blog

Das Foto (by Daniel Weber) zeigt übrigens die Realität in der Votivkirche: immer mehr sind die Refugees dort eingesperrt :-(

Dec
18

Herbergssuche 2012

Vor ein paar Tagen habe ich mich über die deutlichen Worte von Bert Brandstetter, Präsident der Katholischen Aktion OÖ und Erika Kirchweger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung OÖ, zur Situation in Bad Leonfelden sehr gefreut. Da war klar, dass die Ablehnung von Unterkünften für AsylwerberInnen nicht mit christlichen Grundwerten zusammengeht. Das sind zwei Stimmen von vielen Christ_innen, die sich seit Jahren für die Rechte von Asylwerber_innen engagieren.

Was sich gerade jetzt in Wien abspielt ist das Gegenteil davon. Seit mehreren Wochen gibt es das Refugeecamp im Votivpark. Nichts ist weitergegangen mit den Forderungen der Flüchtlinge, die eigentlich nichts anderes wollen als das Recht auf menschenwürdiges Leben. Nun möchten die Flüchtlinge die Votivkirche als Ort für die Übernachtung nutzen. Kein Wunder bei der Kälte. Und inhaltlich eigentlich nichts Anderes als ein Hilfeschrei, dass doch endlich was passieren muss, sich irgendetwas an den schier unglaublichen Zuständen ändern muss.

Der Presseinformation der Pfarre ist zu entnehmen, dass das Verhältnis der Pfarre und der Flüchtinge bisher positiv war, nun aber dieser Hilfeschrei als "Besetzung" gewertet wird und die Flüchtlinge die Kirche verlassen sollen. Via Twitter (Hashtag #refugeecamp) war zu erfahren, dass schon die Polizei verständigt wurde.

Auch wenn ich im Moment nur sehr selektiv Informationen habe*: Ich verstehe diese Reaktion der Pfarre überhaupt nicht und mir ist ehrlich gesagt auch schleierhaft, was an so einem Verhalten "christlich" sein soll.

Ja, eine Kirche ist im Normalfall kein Ort zum Übernachten und natürlich ist das alles nicht so einfach. Aber irgendwann habe ich da mal in der Bibel gelesen: "Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat" (Mk 2,27)- was heisst: Regeln sind gut und schön, aber wenn sie sich gegen Menschen richten, dass müssen sie auch gebrochen werden.

Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen (Mt. 25,35c). Das muss auch gelten, wenn es um eine Kirche geht - und nicht nur, wenn es eine Forderung an Andere ist wie in Bad Leonfelden. Ich würde mir wünschen, dass die Flüchtlinge wenigstens mal eine Nacht in der Votivkirche bleiben können und dann gemeinsam an weiteren Schritten gearbeitet wird.

Sonst ist alles, was wir da Weihnachten feiern, nur sentimenaler Kitsch ohne Inhalt. Irgendwann mal habe ich da auch von einem jungen Paar, sie schwanger, gehört, die auf Herbergssuche waren und das Kind ist dann im Stall auf die Welt gekommen, weil sonst kein Platz zu finden war ...