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Dec
26

Literatur Kirche und Social Media

Da es noch eine Weile dauern wird bis meine ganze Diplomarbeit online kommt, gibt es hier für Leute, die eventuell auch am Thema arbeiten einen Auszug aus meinem Literaturverzeichnis. Es sind darin alle Einträge versammlt, die sich explizit aus theologischer oder religionswissenschaftlicher Perspektive auf das Thema Social Media bzw. das Internet beziehen.
Natürlich hat diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit; ich habe meine Literatur anhand meiner konkreten Fragestellung ausgewählt, aber es wurde Zeit, diese ziemlich chaotische gewordene Literaturliste hier im Blog durch etwas Übersichtlicheres zu ersetzen. Sollte ich je eine Dissertation oder ähnliches schreiben, suche ich mir eine professionelle Literatur- und Zitatenverwaltung. Die eigentliche Literaturliste der Diplomarbeit ist natürlich noch einiges länger.

Literatur Kirche und Social Media

Dec
26

"Was ist Ihre konkrete Aufgabe als Social Media-Managerin?“

Vom sinnstiftermag, einer ziemlich coolen Onlinezeitschrift an der Schnittstelle Pastoral und Marketing, wurde ich gefragt, was ich so als Social Media Managerin der Katholischen Kirche in Oberösterreich mache. Meine Antwort ist hier nachzulesen.

Dec
24

Frohe Weihnachten!

Die Krippe ist schon mal aufgestellt.

Dec
18

Herbergssuche 2012

Vor ein paar Tagen habe ich mich über die deutlichen Worte von Bert Brandstetter, Präsident der Katholischen Aktion OÖ und Erika Kirchweger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung OÖ, zur Situation in Bad Leonfelden sehr gefreut. Da war klar, dass die Ablehnung von Unterkünften für AsylwerberInnen nicht mit christlichen Grundwerten zusammengeht. Das sind zwei Stimmen von vielen Christ_innen, die sich seit Jahren für die Rechte von Asylwerber_innen engagieren.

Was sich gerade jetzt in Wien abspielt ist das Gegenteil davon. Seit mehreren Wochen gibt es das Refugeecamp im Votivpark. Nichts ist weitergegangen mit den Forderungen der Flüchtlinge, die eigentlich nichts anderes wollen als das Recht auf menschenwürdiges Leben. Nun möchten die Flüchtlinge die Votivkirche als Ort für die Übernachtung nutzen. Kein Wunder bei der Kälte. Und inhaltlich eigentlich nichts Anderes als ein Hilfeschrei, dass doch endlich was passieren muss, sich irgendetwas an den schier unglaublichen Zuständen ändern muss.

Der Presseinformation der Pfarre ist zu entnehmen, dass das Verhältnis der Pfarre und der Flüchtinge bisher positiv war, nun aber dieser Hilfeschrei als "Besetzung" gewertet wird und die Flüchtlinge die Kirche verlassen sollen. Via Twitter (Hashtag #refugeecamp) war zu erfahren, dass schon die Polizei verständigt wurde.

Auch wenn ich im Moment nur sehr selektiv Informationen habe*: Ich verstehe diese Reaktion der Pfarre überhaupt nicht und mir ist ehrlich gesagt auch schleierhaft, was an so einem Verhalten "christlich" sein soll.

Ja, eine Kirche ist im Normalfall kein Ort zum Übernachten und natürlich ist das alles nicht so einfach. Aber irgendwann habe ich da mal in der Bibel gelesen: "Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat" (Mk 2,27)- was heisst: Regeln sind gut und schön, aber wenn sie sich gegen Menschen richten, dass müssen sie auch gebrochen werden.

Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen (Mt. 25,35c). Das muss auch gelten, wenn es um eine Kirche geht - und nicht nur, wenn es eine Forderung an Andere ist wie in Bad Leonfelden. Ich würde mir wünschen, dass die Flüchtlinge wenigstens mal eine Nacht in der Votivkirche bleiben können und dann gemeinsam an weiteren Schritten gearbeitet wird.

Sonst ist alles, was wir da Weihnachten feiern, nur sentimenaler Kitsch ohne Inhalt. Irgendwann mal habe ich da auch von einem jungen Paar, sie schwanger, gehört, die auf Herbergssuche waren und das Kind ist dann im Stall auf die Welt gekommen, weil sonst kein Platz zu finden war ...

Dec
5

Geschenkpapier bügeln und so

Manche haben sich schon mitgekriegt, dass ich mit dabei bin im Team für den Webmontag der Social Media Guides. Drüber hier zu bloggen habe ich - welche Schande - noch nie geschafft. Aber da ja am 22. Dezember der Weltuntergang naht ;-) ist das was, was ich unbedingt noch erledigen muss!

Falls mich wer beim Bügeln von Weihnachtspapier sehen will, die_der klickt unten auf "play". Es ist aber durchaus auch um ernsthaftere Themen wie ACTA und Adventbräuche gegangen bei diesem partizipativen Event der Netzcommunity, dass via DORF TV und Livestream gesendet wurde. Wie das Bügeln eines Adventkalenders funktioniert, haben wir aber nicht ausprobiert.

Nov
6

DORF TV ins Kabelfernsehen

dorfGestern hatte ich das Vergnügen erstmals Kamerafrau im Live-Fernsehen zu sein. Nach dem nachmittäglichem Workshop mit Ufuk von DORF-TV ging es dann gleich am Abend beim Webmontag ans Werk. I love it! Gerne wieder und ich mag da auch noch mehr lernen.
Den Webmontag der Social Media Guides, diesmal zum Thema Online-Aktivismus, gibts unten zum Nachschauen. Ausgestrahlt wurde via DVB-TV und als Internet-Livestream. Bei DORF TV läuft derzeit eine Petition, dass das Community-TV endlich auch über die Liwest, den marktdominanten Kabelbetreiber in Oberösterreich, empfangbar sein sollte. Unterschreibt doch bitte da mal! Wegen der Meinungsvielfalt in den Medien wärs.

Oct
31

Das Social Web zitieren

Ich bin grade in der Endfertigung meiner Diplomarbeit. Dabei geht es natürlich auch um die Korrektheit des wissenschaftlichen Apparats. Ich habe themenbedingt - ich schreibe ja über Kirche und Social Media - überdurchschnittlich viele Internetquellen.

Heute habe ich auf Facebook mit einigen Leuten über Varianten des Zitieren diskutiert. Hier möchte ich nun Teile der Diskussion und meine eigenen Erkenntnisse im Diplomarbeitsprozess zusammenfassend wiedergeben.

Zentral scheint es mir generell zu sein, sich immer die Funktionsweise einer Social Web Anwendung genau vor Augen zu führen und daraus zu schlussfolgern, wie so etwas so zitiert werden kann, dass es bestmöglich intersubjektiv überprüfbar ist. Das ist ja der Sinn der Sache des wissenschaftlichen Zitierens.

Datumsangabe

Dass bei Internetquellen eine Datumangabe unumgänglich ist, weil die Inhalte sich ja ändern können, dürfte sich wohl mittlerweile eingebürgert haben. Ich löse das so, dass ich am Anfang des Literaturverzeichnisses einen Hinweis anbringe, wann ich die Links zum letzten Mal geprüft habe. Es hat sich herausgestellt, dass die Datumsangabe bei jedem einzelnen Verweis das ganze nur unübersichtlich macht - jedenfalls dann, wenn es wie bei mir viele Angaben sind.

Herausgeberin

Ich führe, soweit das irgendwie möglich ist, eine Herausgeberin der Internetseite an. Danke für den Tipp, Christian Schröder - das macht auch das alphabetische Sortieren einfacher. Herausgeberin ist im Normalfall jene Person oder Organisation, die im Impressum steht. Gibt es sowas nicht, dann versuche ich anhand des Inhalts und der Funktionsweise des Webangebots zu ermitteln, wer für den Inhalt verantwortlich ist. Das ist dann bspw. die Inhalteerstellerin einer App, die via iTunes verfügbar ist und nicht die Firma Apple. Christian Schröder hat bei diesem Beispiel angemerkt, dass da Apple ja eher mit einem Verlag zu vergleichen ist.
Bei einer Facebook-Page (oder auch anderen Seiten) gibt es, wie Bernhard Wehres bemerkt hat - zu bedenken, dass nicht immer die Herausgeberin, die draufsteht, auch wirklich dahinter stecken muss, da ja jede_r eine solche Seite anlegen kann und nicht immer alles "offiziell" ist, was auf den ersten Blick so ausschaut. Bezüglich Facebook gibt Ralf Peter Reimann auch noch zu überlegen, dass bei persönlichen Profilseiten die intersubjektive Überprüfbarkeit nur beschränkt gegeben ist, da diese ja zumeist nur dem Kreis der direkten Kontakte einer Person zugänglich sind. Hier wäre dann eher so zu zitieren wie bei einem Gespräch. Hilfreich ist es jedenfalls da mal im nicht-eingeloggten Zustand zu schauen, was wirklich sichtbar ist.

Einheitliches Format

Ja, das braucht es. Oft ist es notwendig bei Social Web Anwendungen etwas zu spezifizieren. Ich mache das so:

Herausgeberin (Hg.), Titel (Anmerkung wie z.B. Facebook-Page, iTunes, ...). Online verfügbar: ...

Da ist aber wohl jede andere Variante denkbar. Mit diesem Format komme ich aber zu einer gewissen Einheitlichkeit der Literaturverweise.

Tagesaktuelle Informationen

Manche Anwendungen fragen ja tagesaktuelle Informationen ab - so beispielsweise der Social Media Radar Nutzer_innenzahlen von Facebook und Twitter, jeweils direkt über die API der Dienste oder eigene Algorithmen. Hier gebe ich das Abfragedatum extra mit an, sonst macht das ja keinen Sinn. Auf solche oder ähnliche Dienste zu verweisen scheint mir aber grundsätzlich sehr sinnvoll, weil ich damit ganz aktuelle Daten liefern kann, was bspw. mit jeder Printpublikation nicht immer gegeben ist.

Wikis

Wikis haben den grossen Vorteil, dass die Entstehungsgeschichte eines kollaborativ produzierten Textes im Web verfügbar ist. Axel Maireder erklärt, dass das durchaus, klug angewandt, auch ein Qualitätskriterium für wissenschaftlich zitierte Texte sein kann. Ich gebe in diesem Fall das Datum und die Uhrzeit der letzen Änderung und den_die User_in an, die es geändert hat.

Tweets

Gaby Filzmoser hat mich auf einen Beitrag in den Science Blogs von Ali Arbia verwiesen, der über das Zitieren von Tweets Auskunft gibt. Hier finde ich amüsant, dass da die Fußnote dann um einiges länger ist als der zitierte Tweet.

In Düsseldorf gibt es übrigens ein Forschungsprojekt zu diesem hier diskutierten Thema. Das habe ich mir auch gedacht, dass das eigentlich eine eigene Arbeit wert ist so etwas zu überlegen. Trotzdem brauche ich jetzt mal ganz pragmatisch eine Strategie für die Fertigstellung meiner Diplomarbeit ;-)

Oct
28

Titel gesucht!

fragezeichenIch suche einen Titel für meine Diplomarbeit und freue mich grade über die vielen inspirierenden Rückmeldungen auf Facebook und Twitter. Hier nun ein Ausschnitt aus der abschließenden Zusammenfassung. Vielleicht mag das ja wer lesen und es hilft bei der Titelfindung. Sie ist fast fertig, es fehlen nur noch minimale Dinge und drum muss die Titelfrage nun endlich entschieden werden. Die abschließende Zusammenfassgung gehört aber wohl auch zu den Texten, wo ich noch ein bisserl was tun muss, merke ich grade ....


Im Zuge dieser Arbeit war ausgehend von einer Darstellung der wichtigsten kommunikationswissenschaftlichen Aspekte des Social Web Gelegenheit in die Lebenswelt der Digital Natives einzutauchen. Sie sind diejenigen, die nicht mehr „online gehen“, sondern fast beständig „online sind“, sie organisieren ihren Alltag im und mit Hilfe des Social Web, dass sich dadurch auszeichnet, dass sich die eindimensionalen „ein-Sender-viele-Empfänger“-Strukturen der traditionellen Massenmedien in Richtung Produsage und Dialog auf Augenhöhe weiterentwickelt haben. Das Beziehungs- Identitäts- und Informationsmanagement der Menschen findet zunehmend auch online statt, damit spiegeln sich zentrale Fragen des Menschseins in der Kommunikation im Social Web. Anhand des Vergleichs verschiedener Sinusstudien konnte gezeigt werden, dass Digital Natives einen postmodernen und multioptionalen Lebensstil pflegen. Sie sind Sinnsucher_innen, doch stösst die derzeitige Sozialgestalt der Kirche bei ihnen kaum auf Ressonanz. Ohne Social Web ist die Eröffnung eines positiven Kommunikationsraum der Kirche mit diesen Menschen kaum denkbar. Medien konstruieren Realität. Auch wenn mancherorts mit dem Social Web verbundene „Heilsversprechungen“ nicht zu begründen sind, ruft das Social Web tiefgreifende Fragen der Organisation des menschlichen Miteinanders und nach dem Sinn auf den Plan. Religion als das, was uns unbedingt angeht (Paul Tillich), ist im Social Web in aller Vielfalt und Widersprüchlichkeit, die heute in der Gesellschaft vorgefunden wird, Thema.
Das Social Web ist ein pastoral und theologisch bedeutsamer Ort, weil es ein Ort lebensbedeutsamer Kommunikation ist. Es wurden in dieser Arbeit relevante Elemente der Theologie des II. Vatikanisches Konzils und das Konzept der Pastoral der Passung skizziert und dabei gefragt, wie es gelingen kann, positive Kommunikationsräume mit Digital Natives zu eröffnen, wie Netzinkulturation Realität werden kann. Dieser Prozess ist in Ansätzen schon im Gange, das wird bei den vielen angesprochenen Beispielen deutlich. Dabei sind aber auch viele Ambivalenzen und offene Fragen deutlich geworden. Nicht zuletzt hängt es von der Lesart der Theologie des II. Vatikanischen Konzils ab wie mit Medien und näherhin dem Phänomen Social Web umgegangen wird. Medien- und Kirchenbild bedingen einander wechselseitig. Wer sich aktiv auf die usergenerierte Logik des Social Web einlässt findet in der Volk Gottes Theologie des II. Vatikanischen Konzil eine analoge theologische Entsprechung. Alle Menschen sind Subjekt und Objekt des Glaubens und der kirchlichen Kommunikation, Glaube ist etwas das immer wieder errungen werden muss.
Das vorgestellte Konzept der Pastoral der Passung eignet sich in hervorragender Weise für die Kommunikation mit Digital Natives, weil hier vorgeschlagen wird, sich in experimentieller Weise und lösungsorientiert auf die konkrete Lebenssituation von Menschen einzulassen und gemeinsame Lernschritte zu machen. Digital Natives könnten die Vielfalt der Gotteserfahrungen des Volk Gottes in hervorragender Weise bereichern. Diese grundsätzlichen pastoralen Überlegungen können in Form der Netzinkulturation konkreter gedacht werden, die das Produsage-Paradigma des Social Web stark macht. In wechselseitiger Inspiration von Digital Natives und christlicher Botschaft entsteht in kreativer Weise Neues.

Oct
17

Zwei Promille sind nicht genug!

Die Freie Kultur-Szene in Linz meldet sich mit einem Offenen Brief zu Wort und fordert - einmal mehr - bessere Rahmenbedingungen für die Kulturarbeit. 46 freie Kulturinitiativen und 42 Einzelpersonen, so auch ich, haben mitunterschrieben. Möge es nutzen!

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

es ist Zeit, konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation der freien Linzer Kunst- und Kulturszene zu setzen. Die ersten Entwürfe des neuen Kulturentwicklungsplans zeigen in die richtige Richtung. Eine Kulturstadt braucht aber nicht nur starke öffentliche Einrichtungen, sondern auch eine starke freie Szene. Umso wichtiger ist es, jetzt die Weichen für substantielle Änderungen der Förderstruktur zu stellen. Denn noch immer stagniert das der freien Szene zuordenbare Budget in Linz. Die freie Szene erhält circa drei Prozent des gesamten Kulturbudgets oder nur zwei Promille des gesamten Stadtbudgets, in absoluten Zahlen ca. 1,4 Millionen Euro.

Oct
15

Facebook, Twitter & Co.

So hat mein heutigen Vortrag beim Rotary Club Wels geheissen. "Einmal Rundherum im Social Web" hätte auch gepasst. Spannend und lebendig wars. Falls wer Slides gucken mag, voilá: